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    Glosse: Postmortale Postmoderne

    „IBKAs“ nannte der geniale Universalgelehrte Erik von Kuehnelt-Leddihn jene Katholiken, die ihre Konfession nicht nennen, ohne ein lautes „aber...“ anzustimmen. Die Abkürzung steht für: „Ich bin katholisch, aber...“. Heute ist das unnötig. Wenn einer sagt, er sei katholisch, bedeutet das in der Postmoderne längst nicht mehr, dass er glaubt, was die Kirche lehrt, dass er Jesus für seinen Heiland und Gott für dreifältig hält. Es kann auch bedeuten, dass er sich in einem kirchlichen Verband engagiert, wo man Gitarre klampft, während alle summend in Teelichter glotzen. Die Beliebigkeit hat aber nicht nur in der Kirche um sich gegriffen. Wenn sich heute einer als liberal, konservativ oder kommunistisch outet, sagt das gar nichts. Der ukrainische Botschafter in Wien etwa kann keinen ideologischen Unterschied zwischen Österreichs Sozialdemokraten und den ukrainischen Kommunisten erkennen – das ist für beide Seiten wohl kaum ein Kompliment.

    „IBKAs“ nannte der geniale Universalgelehrte Erik von Kuehnelt-Leddihn jene Katholiken, die ihre Konfession nicht nennen, ohne ein lautes „aber...“ anzustimmen. Die Abkürzung steht für: „Ich bin katholisch, aber...“. Heute ist das unnötig. Wenn einer sagt, er sei katholisch, bedeutet das in der Postmoderne längst nicht mehr, dass er glaubt, was die Kirche lehrt, dass er Jesus für seinen Heiland und Gott für dreifältig hält. Es kann auch bedeuten, dass er sich in einem kirchlichen Verband engagiert, wo man Gitarre klampft, während alle summend in Teelichter glotzen. Die Beliebigkeit hat aber nicht nur in der Kirche um sich gegriffen. Wenn sich heute einer als liberal, konservativ oder kommunistisch outet, sagt das gar nichts. Der ukrainische Botschafter in Wien etwa kann keinen ideologischen Unterschied zwischen Österreichs Sozialdemokraten und den ukrainischen Kommunisten erkennen – das ist für beide Seiten wohl kaum ein Kompliment.

    Die Epoche religiöser oder ideologischer Eindeutigkeit ist vorüber. Weltanschauung kombiniert man heute patchworkartig, schnappt hier und da etwas auf, fügt neue Mosaiksteinchen in sein Weltbild ein, während andere munter herauspurzeln. Genau das zeigt uns „Facebook“ (wo der Autor dieser Zeilen seit einer Woche sein Unwesen treibt): Da werben hysterische Ökofreaks für teure Benzinfresser mit einer Zigarette im Mundwinkel. Gnostische Protestanten laden zur sozialistischen Retroparty. Die Ideologien von gestern weichen der irrationalen Postmoderne. Ja, angesichts der massenmordenden Moderne: der postmortalen Postmoderne!