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    Glosse: Philosophie des Eigentors

    Es sah wirklich schön aus, wie der Ball über den Torwart hinwegsegelte und aus mehr als 40 Metern Entfernung im Tor landete – einziges Problem: Der Schuss von Weltmeister Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) beim Spiel gegen Borussia Dortmund ging nach hinten los. Gegen die eigene Mannschaft. Ihm gelang damit eines der spektakulärsten Eigentore der Fußballgeschichte, über das seitdem ganz Deutschland lächelt und spricht. Nun weiß man, dass nicht nur im Fußball, sondern auch in anderen Sparten des Lebens Eigentore gelegentlich vorkommen, auch wenn der Ball dann nicht so schön, sichtbar und spektakulär im falschen Netz zappelt. Politiker können mit unüberlegten Aussagen und schiefen Vergleichen schnell Eigentore produzieren, die häufig sogar zur direkten Auswechslung führen. Schauspieler und Sänger, die manchmal unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder schlechten Ratgebern vom vorgegebenen Text abweichen, sind nicht minder gefährdet. Aber auch Geschäftsleute und Finanzexperte müssen aufpassen, dass sie sich mit ihren Worten und Taten nicht selbst deklassieren. Ja, und sogar Journalisten, die doch gemeinhin als unfehlbar gelten, können in den unfreiwilligen Genuss eines Eigentores kommen. Etwa durch schlampige Recherche oder Sonstiges. Doch einen Vorteil haben diese Berufsgruppen gegenüber den armen Fußballern. Ein Eigentor, das jenseits des großen Rasens geschieht, kann zunächst sogar wie ein gelungener Treffer wirken – und manche dieser Eigentore bekommt sogar niemand mit. Stefan Meetschen

    Es sah wirklich schön aus, wie der Ball über den Torwart hinwegsegelte und aus mehr als 40 Metern Entfernung im Tor landete – einziges Problem: Der Schuss von Weltmeister Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) beim Spiel gegen Borussia Dortmund ging nach hinten los. Gegen die eigene Mannschaft. Ihm gelang damit eines der spektakulärsten Eigentore der Fußballgeschichte, über das seitdem ganz Deutschland lächelt und spricht. Nun weiß man, dass nicht nur im Fußball, sondern auch in anderen Sparten des Lebens Eigentore gelegentlich vorkommen, auch wenn der Ball dann nicht so schön, sichtbar und spektakulär im falschen Netz zappelt. Politiker können mit unüberlegten Aussagen und schiefen Vergleichen schnell Eigentore produzieren, die häufig sogar zur direkten Auswechslung führen. Schauspieler und Sänger, die manchmal unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder schlechten Ratgebern vom vorgegebenen Text abweichen, sind nicht minder gefährdet. Aber auch Geschäftsleute und Finanzexperte müssen aufpassen, dass sie sich mit ihren Worten und Taten nicht selbst deklassieren. Ja, und sogar Journalisten, die doch gemeinhin als unfehlbar gelten, können in den unfreiwilligen Genuss eines Eigentores kommen. Etwa durch schlampige Recherche oder Sonstiges. Doch einen Vorteil haben diese Berufsgruppen gegenüber den armen Fußballern. Ein Eigentor, das jenseits des großen Rasens geschieht, kann zunächst sogar wie ein gelungener Treffer wirken – und manche dieser Eigentore bekommt sogar niemand mit. Stefan Meetschen