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    Glosse: Österreichs Amerikanisierung

    Demokratie ist, wie wir an ihren real existierenden Gestalten erkennen, eher ein Sammelbegriff für unterschiedliche Regierungsformen, die von der Partitokratie bis zur Kleptokratie reichen. In Amerikas Demokratie, so heißt es, müsse man reich sein, um politische Macht zu erringen; in Europas Demokratien dagegen strebt mancher nach Macht, um sich zu bereichern. Was geschieht, wenn amerikanisches auf europäisches Politikverständnis trifft, das lässt sich soeben in Echtzeit in Österreich verfolgen: In Kanada zu Reichtum gelangt, kauft sich der Milliardär Frank Stronach in die alpenländische Innenpolitik ein. Nun ist ja wenig dagegen einzuwenden, dass Politiker ihr eigenes Vermögen statt jenes der Steuerzahler in teure Inserate und Wahlkämpfe investieren. Ganz im Gegenteil!

    Demokratie ist, wie wir an ihren real existierenden Gestalten erkennen, eher ein Sammelbegriff für unterschiedliche Regierungsformen, die von der Partitokratie bis zur Kleptokratie reichen. In Amerikas Demokratie, so heißt es, müsse man reich sein, um politische Macht zu erringen; in Europas Demokratien dagegen strebt mancher nach Macht, um sich zu bereichern. Was geschieht, wenn amerikanisches auf europäisches Politikverständnis trifft, das lässt sich soeben in Echtzeit in Österreich verfolgen: In Kanada zu Reichtum gelangt, kauft sich der Milliardär Frank Stronach in die alpenländische Innenpolitik ein. Nun ist ja wenig dagegen einzuwenden, dass Politiker ihr eigenes Vermögen statt jenes der Steuerzahler in teure Inserate und Wahlkämpfe investieren. Ganz im Gegenteil!

    Doch der reiche Onkel aus Übersee übt eine magnetische Anziehung auf parlamentarische Hinterbänkler aus: Fünf Abgeordnete des wenig chancenreichen BZÖ haben bereits ins „Team Stronach“ gefunden, wodurch der Milliardär schon ohne Wahl im Parlament präsent ist. Auch Mandatare anderer Fraktionen umgarnt er nun mit seinem Charme. Und nicht nur damit, so wird gemutmaßt. Jeder Vergleich mit dem Straßenstrich ist da böse Polemik, versichern uns seriöse Staatsrechtler doch glaubwürdig, dass es in Österreichs Marktwirtschaft zwar strafbar sei, das Stimmverhalten von Abgeordneten zu kaufen – nicht aber diese selbst. So könnte dem Austro-Kanadier Stronach die Amerikanisierung der Republik Österreich gelingen: die Einführung der Plutokratie.