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    Glosse: Neue Mütter braucht das Land

    Gemessen an seinem Bedarf ist Deutschland ein an Rohstoffen armes Land. Rund 84 Prozent der Rohstoffe, die die Wirtschaft und die Haushalte hierzulande verbrauchen, müssen zunächst importiert werden. Politiker, die sich als geopolitische Strategen gefallen, betonen daher – wenn auch selten so direkt, doch im Grundsatz ähnlich –, dass die rechtzeitige und hinreichende Bildung von Humankapital der einzige Weg sei, auf dem die verspätete Nation nach zwei verlorenen Weltkriegen ihren Platz an der Sonne sichern könne. Kein Wunder also, dass das Land der Dichter und Denker mit Argusaugen etwa darüber wacht, wie der Nachwuchs bei den von der OECD regelmäßig durchgeführten PISA-Studien abschneidet. Denn auf den Schlachtfeldern des Kapitalismus gilt der menschliche Geist längst als Allzweckwaffe, der sowohl als Flakgeschoss wie als Marschflugkörper den Weg in sein jeweiliges Ziel finden könne. So gesehen ist die frühkindliche Bildung in staatlichen Einrichtungen, die nach Ansicht der geopolitischen Strategen gar nicht früh genug beginnen könne, denn auch kaum etwas anderes als eine paramilitärische Ausbildung, mit der die künftigen Truppen des Landes für den Kampf ums Dasein gestählt werden. Dummerweise zeigt ausgerechnet eine Studie zweier britischer Evolutionsbiologen nun, dass dies eine Milchmädchenrechnung ist. Beim Vergleich der Daten von 128 Säugetierspezies – einschließlich des Menschen – fanden sie heraus, dass in sämtlichen Spezies die Jungtiere die größten und leistungsfähigsten Hirne entwickelten, die von ihren Müttern am längsten gestillt und herumgetragen wurden. Wer Deutschlands Zukunft sichern will, sollte also Müttern ermöglichen, mehr in ihre Kinder als in die sozialen Sicherungssysteme zu investieren.

    Gemessen an seinem Bedarf ist Deutschland ein an Rohstoffen armes Land. Rund 84 Prozent der Rohstoffe, die die Wirtschaft und die Haushalte hierzulande verbrauchen, müssen zunächst importiert werden. Politiker, die sich als geopolitische Strategen gefallen, betonen daher – wenn auch selten so direkt, doch im Grundsatz ähnlich –, dass die rechtzeitige und hinreichende Bildung von Humankapital der einzige Weg sei, auf dem die verspätete Nation nach zwei verlorenen Weltkriegen ihren Platz an der Sonne sichern könne. Kein Wunder also, dass das Land der Dichter und Denker mit Argusaugen etwa darüber wacht, wie der Nachwuchs bei den von der OECD regelmäßig durchgeführten PISA-Studien abschneidet. Denn auf den Schlachtfeldern des Kapitalismus gilt der menschliche Geist längst als Allzweckwaffe, der sowohl als Flakgeschoss wie als Marschflugkörper den Weg in sein jeweiliges Ziel finden könne. So gesehen ist die frühkindliche Bildung in staatlichen Einrichtungen, die nach Ansicht der geopolitischen Strategen gar nicht früh genug beginnen könne, denn auch kaum etwas anderes als eine paramilitärische Ausbildung, mit der die künftigen Truppen des Landes für den Kampf ums Dasein gestählt werden. Dummerweise zeigt ausgerechnet eine Studie zweier britischer Evolutionsbiologen nun, dass dies eine Milchmädchenrechnung ist. Beim Vergleich der Daten von 128 Säugetierspezies – einschließlich des Menschen – fanden sie heraus, dass in sämtlichen Spezies die Jungtiere die größten und leistungsfähigsten Hirne entwickelten, die von ihren Müttern am längsten gestillt und herumgetragen wurden. Wer Deutschlands Zukunft sichern will, sollte also Müttern ermöglichen, mehr in ihre Kinder als in die sozialen Sicherungssysteme zu investieren.