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    Glosse: Nach den Kitas nun die Hutas

    Noch immer wird ein absurdes Gewese um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemacht, obwohl hier schon längst vereinbart ist, was vereinbar ist: Nichts. Schließlich ist der Beruf der Nabel der Gesellschaft. Erst recht, seit selbst lausig bezahlte Jobs mit Karriereleitern ausgestattet sind, auf der sich jede/r die Arbeitszeit vertreiben soll, ohne von den Kindern belästigt zu werden, deren karrierebremsende Wirkung von Rechtsanspruch-Kitas domestiziert wird. Hier reifen die Kleinen ab 0 unbehelligt von den Zumutungen des Elternhauses mithilfe fein ziselierter Bildungs- und Erziehungspläne zum Humankapital heran und werden für ihre Zukunft als Jobsucher qualifiziert. Nebenbei entsteht als neue Fernbeziehungsform diejenige zwischen Eltern und Kind, was dafür sorgt, dass wenigstens den Psychologen die Klientel nicht wegstirbt. Wo aber bleiben die Hunde, wenn Frau-/Herrchen das Geld für Tierkrankenkasse und Leckerlis heranschaffen muss? Wer versorgt und bespaßt sie? Wer verabreicht ihnen Streicheleinheiten? Kurz: Wann geht es endlich um die Vereinbarkeit von Hund und Beruf? Hundehaltende Politiker sind dafür besonders sensibilisiert. Sie vermissen den Vierbeiner an ihrer Seite, wenn sie sich im Parlament über das Betreuungsgeld fetzen müssen. Einige von ihnen haben sich deshalb kürzlich zusammengetan und bei Bundestagspräsident Lammert angefragt, ob sie ihre Hunde in den Bundestag mitbringen dürfen, was prompt abgelehnt worden ist. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis eine interfraktionelle Arbeitsgruppe die Möglichkeit der gesetzlichen Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Bundestagshundetagesstättenplatz prüft. Bernhard Huber

    Noch immer wird ein absurdes Gewese um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemacht, obwohl hier schon längst vereinbart ist, was vereinbar ist: Nichts. Schließlich ist der Beruf der Nabel der Gesellschaft. Erst recht, seit selbst lausig bezahlte Jobs mit Karriereleitern ausgestattet sind, auf der sich jede/r die Arbeitszeit vertreiben soll, ohne von den Kindern belästigt zu werden, deren karrierebremsende Wirkung von Rechtsanspruch-Kitas domestiziert wird. Hier reifen die Kleinen ab 0 unbehelligt von den Zumutungen des Elternhauses mithilfe fein ziselierter Bildungs- und Erziehungspläne zum Humankapital heran und werden für ihre Zukunft als Jobsucher qualifiziert. Nebenbei entsteht als neue Fernbeziehungsform diejenige zwischen Eltern und Kind, was dafür sorgt, dass wenigstens den Psychologen die Klientel nicht wegstirbt. Wo aber bleiben die Hunde, wenn Frau-/Herrchen das Geld für Tierkrankenkasse und Leckerlis heranschaffen muss? Wer versorgt und bespaßt sie? Wer verabreicht ihnen Streicheleinheiten? Kurz: Wann geht es endlich um die Vereinbarkeit von Hund und Beruf? Hundehaltende Politiker sind dafür besonders sensibilisiert. Sie vermissen den Vierbeiner an ihrer Seite, wenn sie sich im Parlament über das Betreuungsgeld fetzen müssen. Einige von ihnen haben sich deshalb kürzlich zusammengetan und bei Bundestagspräsident Lammert angefragt, ob sie ihre Hunde in den Bundestag mitbringen dürfen, was prompt abgelehnt worden ist. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis eine interfraktionelle Arbeitsgruppe die Möglichkeit der gesetzlichen Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Bundestagshundetagesstättenplatz prüft. Bernhard Huber