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    Glosse: N. N. rettet unsere Welt

    Nicolas Napoléon stand an diesem Morgen früh auf. Weil Helden früh aufstehen müssen, wenn sie die ganze Welt retten wollen. Oder zumindest die ganze arabische Welt. Nicolas Napoléon war fest entschlossen, als er sein morgendliches Pain au Chocolat genüsslich in den Café au lait tauchte. Weil Helden eben fest entschlossen sein müssen. Dann sprach er: „Jeder Herrscher muss verstehen, und vor allem jeder arabische Herrscher muss verstehen, dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft und Europas von nun an jedes Mal die gleiche sein wird.“ Er sprach das auf Französisch, damit die arabischen Herrscher es auch verstehen.

    Nicolas Napoléon stand an diesem Morgen früh auf. Weil Helden früh aufstehen müssen, wenn sie die ganze Welt retten wollen. Oder zumindest die ganze arabische Welt. Nicolas Napoléon war fest entschlossen, als er sein morgendliches Pain au Chocolat genüsslich in den Café au lait tauchte. Weil Helden eben fest entschlossen sein müssen. Dann sprach er: „Jeder Herrscher muss verstehen, und vor allem jeder arabische Herrscher muss verstehen, dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft und Europas von nun an jedes Mal die gleiche sein wird.“ Er sprach das auf Französisch, damit die arabischen Herrscher es auch verstehen.

    „Wir“, sagte Nicolas Napoléon und dachte dabei an Frankreich, Europa und die Welt, „wir werden an der Seite der Bevölkerung sein.“ Verflogen waren plötzlich die Fieberschübe seiner Albträume von einem mediterranen Kopräsidenten Mubarak, von Handelsabkommen mit Gaddafi, von Urlaubsreisen seiner Minister nach Tunesien und Ägypten. Verflogen war der schale Nachgeschmack von sündigen Umarmungen und Wangenküssen. Da war es wieder, das unschuldige Gefühl der ersten Liebe. „Frankreich wird wieder auf der Seite der Unterdrückten sein!“, hatte er dem Volk und den Völkern (Frankreich und dem kleinen Rest der Welt) einst entgegengeschmettert. Jetzt hatte er seine ursprüngliche Berufung wiedergefunden. Nicolas Napoléon wusste, dass er an diesem Tag die ganze Welt retten würde. Zumindest die ganze arabische Welt. Mit den anderen Despoten, mit Chávez, Berlusconi oder Kim Jong-Il, würde er dann wohl morgen abrechnen. Unter den Klängen der Marseillaise blicken all die Unterdrückten dieser Erde auf Nicolas Napoléon. Und hoffen, dass er bei seinem ruhmreichen Ritt nach Osten nicht von der Erdscheibe runterfällt.