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    Glosse: Mehr Mut zur Lücke?

    Bevor uns künftig Herr X, Frau Y oder Z wegen Diskriminierung verklagen, versuchen wir uns an dieser Stelle schon jetzt einmal in vorauseilendem Gehorsam daran, eine Meldung zu verfassen, wie sie zukünftig in jeder Zeitung stehen könnte: Politiker_innen aller Herren_Frauenländer fordern, die Universität Oxford müssen dem_der Humangenetiker/in Charlotter_Detlev Gay mit sofortiger Wirkung die Lehrerlaubnis entziehen. In einem Interview mit dem „Deutschen Ärzte_innenblatt“ hatte Gay angekündigt, sein_ihr Start-Up-Unternehmen wolle einen Gentest entwickeln, mit dem Schwangere ihr ungeborenes Kind auf ein „Homo-Gen“ testen könnten. Dass ein solches Gen existiert, ist wissenschaftlich allerdings umstritten. Gay begründete sein Vorhaben mit der Behauptung, Frauen_Männer hätten ein Recht auf reproduktive Gesundheit. Diese schließe nicht nur das Recht ein, selbst zu bestimmen. wann und wie viele Kinder sie in die Welt setzten, sondern schließe auch das Recht ein, sie abzutreiben, wenn ihnen das Leben mit ihnen unzumutbar erschiene. Auch sei die Aufzucht eines Kindes, das voraussichtlich homosexuell veranlagt sei, nicht jedem_jeder zumutbar. Der Lesben und Schwulen Verband in Deutschland (LSVD) forderte deshalb jetzt ein weltweites Berufsverbot für den_die Humangenetiker(_in) und erklärte, der geplante Gentest diskriminiere Lesben und Schwule und dürfe daher in Deutschland nicht zugelassen werden. Auch gebe es kein Recht auf ein heterosexuell veranlagtes Kind. Ganz schön kompliziert, die Gender Gap-Schreibweise. Stefan Rehder

    Bevor uns künftig Herr X, Frau Y oder Z wegen Diskriminierung verklagen, versuchen wir uns an dieser Stelle schon jetzt einmal in vorauseilendem Gehorsam daran, eine Meldung zu verfassen, wie sie zukünftig in jeder Zeitung stehen könnte: Politiker_innen aller Herren_Frauenländer fordern, die Universität Oxford müssen dem_der Humangenetiker/in Charlotter_Detlev Gay mit sofortiger Wirkung die Lehrerlaubnis entziehen. In einem Interview mit dem „Deutschen Ärzte_innenblatt“ hatte Gay angekündigt, sein_ihr Start-Up-Unternehmen wolle einen Gentest entwickeln, mit dem Schwangere ihr ungeborenes Kind auf ein „Homo-Gen“ testen könnten. Dass ein solches Gen existiert, ist wissenschaftlich allerdings umstritten. Gay begründete sein Vorhaben mit der Behauptung, Frauen_Männer hätten ein Recht auf reproduktive Gesundheit. Diese schließe nicht nur das Recht ein, selbst zu bestimmen. wann und wie viele Kinder sie in die Welt setzten, sondern schließe auch das Recht ein, sie abzutreiben, wenn ihnen das Leben mit ihnen unzumutbar erschiene. Auch sei die Aufzucht eines Kindes, das voraussichtlich homosexuell veranlagt sei, nicht jedem_jeder zumutbar. Der Lesben und Schwulen Verband in Deutschland (LSVD) forderte deshalb jetzt ein weltweites Berufsverbot für den_die Humangenetiker(_in) und erklärte, der geplante Gentest diskriminiere Lesben und Schwule und dürfe daher in Deutschland nicht zugelassen werden. Auch gebe es kein Recht auf ein heterosexuell veranlagtes Kind. Ganz schön kompliziert, die Gender Gap-Schreibweise. Stefan Rehder