• aktualisiert:

    Glosse: Lasst uns loben, Brüder loben...

    Lieber Vater Staat, lange schon wollten wir dir schreiben, um dir ergebenst zu danken, doch wussten wir stets, dass du unseres Dankes nicht bedarfst. Mit sanfter Hand führst du uns, die wir unsere Geburt erleben durften, von der Wiege bis zur Bahre. Du hast uns erzogen und beschützt. Wir sind dir lieb und teuer. So teuer, dass du einen riesigen Schuldenberg auftürmtest, unter dem andere jämmerlich stöhnen würden. Du aber hast dich nie beklagt. Väterlich trägst du unser aller Schulden Last. Du baust für uns schöne Autobahnen, damit unser Fuß nicht an einen Stein stößt. Du druckst uns das liebe Geld. Du versorgst uns mit sicherem Strom und gutem Benzin. Du erziehst unsere schlimmen Kinder in den gleichnamigen Gärten und in Schulen. Du pflegst unsere Alten und Kranken.

    Lieber Vater Staat, lange schon wollten wir dir schreiben, um dir ergebenst zu danken, doch wussten wir stets, dass du unseres Dankes nicht bedarfst. Mit sanfter Hand führst du uns, die wir unsere Geburt erleben durften, von der Wiege bis zur Bahre. Du hast uns erzogen und beschützt. Wir sind dir lieb und teuer. So teuer, dass du einen riesigen Schuldenberg auftürmtest, unter dem andere jämmerlich stöhnen würden. Du aber hast dich nie beklagt. Väterlich trägst du unser aller Schulden Last. Du baust für uns schöne Autobahnen, damit unser Fuß nicht an einen Stein stößt. Du druckst uns das liebe Geld. Du versorgst uns mit sicherem Strom und gutem Benzin. Du erziehst unsere schlimmen Kinder in den gleichnamigen Gärten und in Schulen. Du pflegst unsere Alten und Kranken.

    Wenig ist es, was du dafür von uns begehrst: Hier ein paar Abgäbchen, dort ein paar Steuerlein. Bei manchen von uns kaum die Hälfte ihres Einkommens. Bisher durften ein paar frische Jungmänner dich mit der Flasche – pardon, mit der Waffe in der Hand verteidigen, doch auch das geht zur Neige. Dir und deinem lieblichen Gebührenfernsehen verdanken wir, dass wir die Kriege und Katastrophen in aller Welt aus der sicheren Distanz unseres bequemen Wohnzimmersessels aus verfolgen dürfen. Und anders als Gaddafi, Assad oder Putin warst du deinen Kindern nie böse, wenn sie gegen dich aufbegehrten und deine Vertreter verhöhnten. Ja, wir bekennen: Oft haben wir deinen Dienern schöngetan, aber hintenrum über sie böse gesprochen. In Zukunft soll es umgekehrt sein! Wissen wir doch um ihr selbstloses Wirken in deinem Dienste. Und darum wollen wir ihnen fürderhin blind vertrauend folgen, so wie auch sie uns blind führen. Denn selig gepriesen sind jene, die nicht sehen und doch glauben.