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    Glosse: Keine Integration ohne Sprache

    Der Spracherwerb ist der Schlüssel zur Integration. Wer sich der Sprache des Landes, in dem er lebt und arbeitet (oder wenigstens so tut, als würde er arbeiten), dauerhaft verweigert, wird isoliert sein und sich allenfalls in Parallelgesellschaften trittsicher bewegen. Diese Erkenntnis hat sich bis zur „Magistrat“ genannten Stadtverwaltung der zweitgrößten Stadt Österreichs herumgesprochen. Deshalb werden die Grazer Stadtbediensteten jetzt geschult, ihr bürgerfernes Amtsdeutsch in einfache und freundliche Worte zu übersetzen. Da heißt es für Beamte und Angestellte zunächst, Vokabeln büffeln, sich mit Grammatik auseinandersetzen, und dann noch gute Miene zum zwiespältigen Spiel machen. Der Grazer Obrigkeit genügt es nämlich nicht, dass Magistratsbeamte künftig „Erinnerung“ statt „Urgenz“ schreiben, oder „Rundumversorger“ statt „Gesamtdienstleistungsanbieter“. Nein, sie wünschen mit ihrer Initiative „Graz verständlich“ eine umfassendere Inkulturation: „Wir wollen kurz und bündig sein, wir wollen freundlich sein, wir wollen auf den Punkt kommen – und das hilft allen, die mit uns in Verbindung treten“, so die Zielvorgabe des Integrationsprozesses laut Magistratsdirektor Martin Haidvogel. Und er geht da mit gutem Beispiel voran, denn sein Satz kommt ohne Fremdworte aus, obgleich sein Amtstitel aus zweien besteht.

    Der Spracherwerb ist der Schlüssel zur Integration. Wer sich der Sprache des Landes, in dem er lebt und arbeitet (oder wenigstens so tut, als würde er arbeiten), dauerhaft verweigert, wird isoliert sein und sich allenfalls in Parallelgesellschaften trittsicher bewegen. Diese Erkenntnis hat sich bis zur „Magistrat“ genannten Stadtverwaltung der zweitgrößten Stadt Österreichs herumgesprochen. Deshalb werden die Grazer Stadtbediensteten jetzt geschult, ihr bürgerfernes Amtsdeutsch in einfache und freundliche Worte zu übersetzen. Da heißt es für Beamte und Angestellte zunächst, Vokabeln büffeln, sich mit Grammatik auseinandersetzen, und dann noch gute Miene zum zwiespältigen Spiel machen. Der Grazer Obrigkeit genügt es nämlich nicht, dass Magistratsbeamte künftig „Erinnerung“ statt „Urgenz“ schreiben, oder „Rundumversorger“ statt „Gesamtdienstleistungsanbieter“. Nein, sie wünschen mit ihrer Initiative „Graz verständlich“ eine umfassendere Inkulturation: „Wir wollen kurz und bündig sein, wir wollen freundlich sein, wir wollen auf den Punkt kommen – und das hilft allen, die mit uns in Verbindung treten“, so die Zielvorgabe des Integrationsprozesses laut Magistratsdirektor Martin Haidvogel. Und er geht da mit gutem Beispiel voran, denn sein Satz kommt ohne Fremdworte aus, obgleich sein Amtstitel aus zweien besteht.

    Gute Erfahrungen mit einer verständlichen Sprache hat die Stadt Salzburg gemacht. Seit sie ihre Briefe nicht mehr auf Amtsdeutsch versende, sei die Zahl der Rückfragen deutlich gesunken, heißt es in Salzburg. So hat jeder was davon: der Bürger, der die Obrigkeit versteht, und die Beamten, die weniger Arbeit haben. Daran sollte sich manche Regierung ein Vorbild nehmen. Denn auch die Regierenden sprechen bekanntlich nicht immer die Sprache des Volkes. Stephan Baier