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    Glosse: Katholisierung in Deutschland

    Weltoffenheit und Naivität oder Nationalismus und Angst – das Demonstrations- und Veranstaltungsangebot in Deutschland wirkt zurzeit, zugespitzt formuliert, etwas beschränkt. Gerade dann, wenn man als Katholik ein Gespür für weltkirchliche Vielfalt und Nächstenliebe besitzt, andererseits aber auch nicht die Wirklichkeit des islamistischen Terrors ignorieren möchte. Wo also mitlaufen, mitfeiern im Einklang mit Glaube und Verstand? Ein Blick auf den Migrationsbericht 2013 kann bei der Entscheidungsfindung helfen. Denn statt der befürchteten Islamisierung zeigen die Zahlen eine interessante Tendenz auf: Die meisten Einwanderer pro Jahr kommen aus Polen (72 000), aber auch aus Italien (33 000), Ungarn (24 000) und Spanien (24 000). Man kann demnach also sagen, dass sich Deutschland mitten in einem Re-Katholisierungsprozess befindet. Was nicht bedeutet, dass man den Säkularisierungsprozess, der sich in diesen Ländern zweifelsfrei auch vollzieht, ausklammern sollte. Nicht übersehen darf man jedoch die vielen katholischen Impulse, die in Form neuer geistlicher Gemeinschaften und evangelisierender Initiativen weiterhin aus den genannten Ländern kommen. Außerdem ist es eine Binsenweisheit, dass Emigranten fern der Heimat ihr geistliches Leben in der Regel vertiefen. Wer also noch nicht weiß, wo er am Wochenende mitfeiern und (seinen Glauben) demonstrieren möchte, ist herzlich eingeladen, dies in der katholischen Missionsgemeinde um die Ecke zu tun. Nur keine Angst vor der Katholisierung! Stefan Meetschen

    Weltoffenheit und Naivität oder Nationalismus und Angst – das Demonstrations- und Veranstaltungsangebot in Deutschland wirkt zurzeit, zugespitzt formuliert, etwas beschränkt. Gerade dann, wenn man als Katholik ein Gespür für weltkirchliche Vielfalt und Nächstenliebe besitzt, andererseits aber auch nicht die Wirklichkeit des islamistischen Terrors ignorieren möchte. Wo also mitlaufen, mitfeiern im Einklang mit Glaube und Verstand? Ein Blick auf den Migrationsbericht 2013 kann bei der Entscheidungsfindung helfen. Denn statt der befürchteten Islamisierung zeigen die Zahlen eine interessante Tendenz auf: Die meisten Einwanderer pro Jahr kommen aus Polen (72 000), aber auch aus Italien (33 000), Ungarn (24 000) und Spanien (24 000). Man kann demnach also sagen, dass sich Deutschland mitten in einem Re-Katholisierungsprozess befindet. Was nicht bedeutet, dass man den Säkularisierungsprozess, der sich in diesen Ländern zweifelsfrei auch vollzieht, ausklammern sollte. Nicht übersehen darf man jedoch die vielen katholischen Impulse, die in Form neuer geistlicher Gemeinschaften und evangelisierender Initiativen weiterhin aus den genannten Ländern kommen. Außerdem ist es eine Binsenweisheit, dass Emigranten fern der Heimat ihr geistliches Leben in der Regel vertiefen. Wer also noch nicht weiß, wo er am Wochenende mitfeiern und (seinen Glauben) demonstrieren möchte, ist herzlich eingeladen, dies in der katholischen Missionsgemeinde um die Ecke zu tun. Nur keine Angst vor der Katholisierung! Stefan Meetschen