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    Glosse: Italien, dein Retter ist da

    Da die Spielerstars der italienischen Fußball-Liga beschlossen hatten, vor Beginn der Saison in Streik zu treten – die Regierung will auch ihnen eine kleine Sondersteuer abknöpfen –, geschah am Wochenende das Unfassbare: Das normale Leben sollte endlich wieder beginnen, das pure Glück, der Sinn im Leben war greifbar nah, die „tifosi“ hielten schon Fahnen, Tröten und Eintrittspässe bereit, doch die Stadien blieben leer. Italien fiel in ein existenzielles Loch.

    Da die Spielerstars der italienischen Fußball-Liga beschlossen hatten, vor Beginn der Saison in Streik zu treten – die Regierung will auch ihnen eine kleine Sondersteuer abknöpfen –, geschah am Wochenende das Unfassbare: Das normale Leben sollte endlich wieder beginnen, das pure Glück, der Sinn im Leben war greifbar nah, die „tifosi“ hielten schon Fahnen, Tröten und Eintrittspässe bereit, doch die Stadien blieben leer. Italien fiel in ein existenzielles Loch.

    Mit den existenziellen Löchern ist das so eine Sache. Das Herz schlägt, man atmet, die Haare wachsen. Aber sonst ist Ruhe im Karton. Keine Gespräche in der Bar, keine Debatten am Arbeitsplatz, keine Sportwetten – null, nichts, gar nichts. Ein nationaler Gehirntod sozusagen, der erst dann enden wird, wenn die Lederkugel wieder rollt.

    In solchen Momenten extremen Kollektivleids, die die ganze Tragik des todgeweihten Menschen hervorbrechen lassen, wenn sich also die Schleier der Verwesung auf „bella Italia“ senken, dann schickt der Herr – wenn San Gennaro in Neapel sein Einverständnis gibt – einen Retter. Und der kam gestern: George Clooney, Stargast der Biennale, der Filmfestspiele in Venedig, die nun zehn Tage lang das Land in Atem halten werden. Vor allem den weiblichen Teil. Aber das reicht in Italien, um die ganze Nation an die Grenze zum emotionalen Überschlag zu führen. Denn seit seiner Trennung von Elisabetta Canalis ist George Clooney wieder solo, das heißt noch zu haben. Wahnsinn. Und da sind sie wieder: Die Gespräche in der Bar, die Debatten am Arbeitsplatz, Frauen, die vor dem Bildschirm in Ohnmacht fallen, Wetten, wer diesmal die Glückliche sein wird. Eben noch gehirntot, jetzt wieder bis zum Anschlag vital. Italien lebt, und so soll es bleiben.