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    Glosse: Geschlecht? Benutzerdefiniert

    Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wo bis heute bei der sozialen Plattform „Facebook“ nur die Auswahl zwischen den Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ möglich war, wird – so pfeifen es die medialen Spatzen von allen Dächern – demnächst unter sechzig (!) verschiedenen Möglichkeiten wählen können, die sein/ihr/umpfs Geschlecht möglichst subjektiv gefühlsecht beschreiben. Wer also nach durchzechter oder durchgearbeiteter Nacht in den Spiegel schaut und nicht mehr genau weiß, ob er/sie/es Männlein, Weiblein oder Sächlein ist, kann noch vor dem ersten Kaffee und/oder Alka-Seltzer seinen Facebookstatus auf sein momentan gefühltes Geschlecht umstellen: androgyner Mensch, bigender, Frau zu Mann (FzM), gender variabel, genderqueer, weder noch, nicht-binär, trans*, Inter* Mensch, Zwitter, Hermaphrodit, Two Spirit drittes Geschlecht, Viertes Geschlecht, Butch, Femme, Drag, Transvestit – nur ein kleiner Teil der nahezu unendlichen Auswahlmöglichkeiten. Alles zu finden unter dem Oberbegriff „benutzerdefiniert“.

    Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wo bis heute bei der sozialen Plattform „Facebook“ nur die Auswahl zwischen den Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ möglich war, wird – so pfeifen es die medialen Spatzen von allen Dächern – demnächst unter sechzig (!) verschiedenen Möglichkeiten wählen können, die sein/ihr/umpfs Geschlecht möglichst subjektiv gefühlsecht beschreiben. Wer also nach durchzechter oder durchgearbeiteter Nacht in den Spiegel schaut und nicht mehr genau weiß, ob er/sie/es Männlein, Weiblein oder Sächlein ist, kann noch vor dem ersten Kaffee und/oder Alka-Seltzer seinen Facebookstatus auf sein momentan gefühltes Geschlecht umstellen: androgyner Mensch, bigender, Frau zu Mann (FzM), gender variabel, genderqueer, weder noch, nicht-binär, trans*, Inter* Mensch, Zwitter, Hermaphrodit, Two Spirit drittes Geschlecht, Viertes Geschlecht, Butch, Femme, Drag, Transvestit – nur ein kleiner Teil der nahezu unendlichen Auswahlmöglichkeiten. Alles zu finden unter dem Oberbegriff „benutzerdefiniert“.

    Bevor die morgendliche Auswahl ansteht, wäre also zu überlegen, wer oder was Sie zu welchem Zweck „benutzt“ und welches Geschlecht heute für diese Benutzung am günstigsten wäre. Sexueller Utilitarismus als Grundprinzip. Das muss einem erst mal einfallen. So wähle ich dann mal „weder noch“. Denn benutzen lasse ich mich grundsätzlich nicht. Auch nicht von Facebook.