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    Glosse: Gaucks blauer Gaul

    Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. So sagt es das Sprichwort. Was aber tun, wenn man die Königin von England ist und ein flotter, älterer Herr namens Joachim Gauck, früher Pfarrer, jetzt Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, einem als Geschenk ein Bild mit blauem Pony andrehen möchte? Queen Elizabeth II. traute sich nachzufragen: „Ist das nicht eine etwas merkwürdige Farbe für ein Pferd?“ Auch den neben dem Pferd befindlichen Mann im gelbem Sakko, der ihren Vater König Georg VI. darstellen soll, konnte die 89-Jährige nicht eindeutig als solchen identifizieren. Wer den königlich-diplomatischen Sprachkodex kennt, und das tun wir ja praktisch alle, weiß: She wasn't amused. Sie, die Pferdeliebhaberin, mochte das Bild nicht. Auch ihr Gatte, Prinz Philip, wirkte etwas irritiert angesichts der forschen deutschen Pferde-Pinseleien. Womit der eigentliche Grund der Begegnung der Staatsoberhäupter, nämlich für eine günstige deutsch-britische Betriebstemperatur hinsichtlich des zukünftigen Verhältnisses der Briten zur Europäischen Union zu sorgen, eigentlich schon in die Hose gegangen war – um es einmal in der Sprache des Stalls auszudrücken. Doch halt! Im Rahmen ihres Deutschland-Besuchs trat der Königin auch ein kleiner Roboter gegenüber, der sie auf verbale Anweisung eines Wissenschaftlers begrüßte. Dieser Roboter gefiel ihr! Fazit: Beim nächsten Mal gibt es den Kleinen in der Pferdefassung, oder wir lassen Staatsbesuche zukünftig von Robotern durchspielen. Stefan Meetschen

    Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. So sagt es das Sprichwort. Was aber tun, wenn man die Königin von England ist und ein flotter, älterer Herr namens Joachim Gauck, früher Pfarrer, jetzt Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, einem als Geschenk ein Bild mit blauem Pony andrehen möchte? Queen Elizabeth II. traute sich nachzufragen: „Ist das nicht eine etwas merkwürdige Farbe für ein Pferd?“ Auch den neben dem Pferd befindlichen Mann im gelbem Sakko, der ihren Vater König Georg VI. darstellen soll, konnte die 89-Jährige nicht eindeutig als solchen identifizieren. Wer den königlich-diplomatischen Sprachkodex kennt, und das tun wir ja praktisch alle, weiß: She wasn't amused. Sie, die Pferdeliebhaberin, mochte das Bild nicht. Auch ihr Gatte, Prinz Philip, wirkte etwas irritiert angesichts der forschen deutschen Pferde-Pinseleien. Womit der eigentliche Grund der Begegnung der Staatsoberhäupter, nämlich für eine günstige deutsch-britische Betriebstemperatur hinsichtlich des zukünftigen Verhältnisses der Briten zur Europäischen Union zu sorgen, eigentlich schon in die Hose gegangen war – um es einmal in der Sprache des Stalls auszudrücken. Doch halt! Im Rahmen ihres Deutschland-Besuchs trat der Königin auch ein kleiner Roboter gegenüber, der sie auf verbale Anweisung eines Wissenschaftlers begrüßte. Dieser Roboter gefiel ihr! Fazit: Beim nächsten Mal gibt es den Kleinen in der Pferdefassung, oder wir lassen Staatsbesuche zukünftig von Robotern durchspielen. Stefan Meetschen