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    Glosse: Früher hieß das Sportberichte

    „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, wissen nicht nur Fußball-Experten. Und wem erst die ganze Tiefe dieses bedeutungsschweren Diktums ins Bewusstsein gefallen ist, der weiß ein für allemal: Fußball ist nicht irgendein Spiel, bei dem 44 Beine hinter einem Ball herjagen. Nein, Fußball ist mehr als das, viel mehr: Fußball ist eine Parabel für das Leben. Das kann man nun wieder Wochenende für Wochenende beobachten. Was sich da in zweimal 45 Minuten auf dem Rasen zuträgt, hat – im Idealfall – nicht nur hohen Unterhaltungswert, sondern auch hohe Symbolkraft. Fußballpsychologen sprechen davon, dass sich in diesem Spiel in komprimierter Form die Dramen des Lebens spiegeln. Sieg, Niederlage, Glück, Pech, Kampf, Hoffnung, ja sogar „Erlösung“. Zumindest Letzteres geht Theologen zu weit. Sie verweisen – sofern noch halbwegs rom-orientiert – auf Johannes Paul II., der gesagt hat, Fußball sei unter den vielen Nebensächlichkeiten der Welt bei weitem die wichtigste. Damit haben die Dinge wieder ihre vernünftige Ordnung. Der Ball ist rund, das nächste Spiel das schwerste und das Runde muss in das Eckige. Fertig. Nicht ganz. Denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und nach dem Spiel wird unendlich viel gequatscht. Früher nannte man das Sportberichterstattung, heute ist es Teil jener Marketingmaschinerie, die den gefühlten Abstand zwischen den Spieltagen verkleinert. Es soll ja niemand auf den Gedanken kommen, sich zwischendurch mal nicht mit Fußball zu befassen. Das wäre auch schwierig. Denn viele haben den Umschalthebel zwischen wichtigster Nebensache und tatsächlich wichtig längst irgendwo zwischen Stadionbier und Sky Sport verloren. Nur so ist es wohl zu erklären, dass Medien ihre Konsumenten über Wochen mit der nervigste Transfer-Geschichte des Sommers belästigen: Für 75 Millionen Euro wechselt Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg zu Manchester City. Das wissen jetzt alle. Hoffentlich ist das Transfer-Gelaber nun endlich vorbei. Geht's raus, spielt's Fußball und erspart uns den Rest!

    „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, wissen nicht nur Fußball-Experten. Und wem erst die ganze Tiefe dieses bedeutungsschweren Diktums ins Bewusstsein gefallen ist, der weiß ein für allemal: Fußball ist nicht irgendein Spiel, bei dem 44 Beine hinter einem Ball herjagen. Nein, Fußball ist mehr als das, viel mehr: Fußball ist eine Parabel für das Leben. Das kann man nun wieder Wochenende für Wochenende beobachten. Was sich da in zweimal 45 Minuten auf dem Rasen zuträgt, hat – im Idealfall – nicht nur hohen Unterhaltungswert, sondern auch hohe Symbolkraft. Fußballpsychologen sprechen davon, dass sich in diesem Spiel in komprimierter Form die Dramen des Lebens spiegeln. Sieg, Niederlage, Glück, Pech, Kampf, Hoffnung, ja sogar „Erlösung“. Zumindest Letzteres geht Theologen zu weit. Sie verweisen – sofern noch halbwegs rom-orientiert – auf Johannes Paul II., der gesagt hat, Fußball sei unter den vielen Nebensächlichkeiten der Welt bei weitem die wichtigste. Damit haben die Dinge wieder ihre vernünftige Ordnung. Der Ball ist rund, das nächste Spiel das schwerste und das Runde muss in das Eckige. Fertig. Nicht ganz. Denn nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und nach dem Spiel wird unendlich viel gequatscht. Früher nannte man das Sportberichterstattung, heute ist es Teil jener Marketingmaschinerie, die den gefühlten Abstand zwischen den Spieltagen verkleinert. Es soll ja niemand auf den Gedanken kommen, sich zwischendurch mal nicht mit Fußball zu befassen. Das wäre auch schwierig. Denn viele haben den Umschalthebel zwischen wichtigster Nebensache und tatsächlich wichtig längst irgendwo zwischen Stadionbier und Sky Sport verloren. Nur so ist es wohl zu erklären, dass Medien ihre Konsumenten über Wochen mit der nervigste Transfer-Geschichte des Sommers belästigen: Für 75 Millionen Euro wechselt Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg zu Manchester City. Das wissen jetzt alle. Hoffentlich ist das Transfer-Gelaber nun endlich vorbei. Geht's raus, spielt's Fußball und erspart uns den Rest!