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    Glosse: Ein Wegweiser zum Glauben

    Das Zeichen des Kreuzes wird immer wieder geschmäht. Es sei brutal, aggressiv, sein Anblick niemandem, vor allem Kindern nicht, zuzumuten. Als ginge ein magischer Fluch von ihm aus. Als müsste man Angst vor ihm haben. Als könnte sein bloßer Anblick Schaden stiften. Und als wäre es eines nicht: eine Einladung zum liebevollen Mitleid mit allen Menschen, denen Schmach und Tod zugefügt wird. Dahinter verbirgt sich nicht selten die Frage, was denn das für ein Gott sei, der den Menschen auf so grausame Weise seine Liebe zeigt. Ein Regisseur darf, wenn er es für richtig hält, durchaus drastische Mittel anwenden, um uns den Verlauf einer von ihm inszenierten fiktiven Handlung „glaubhaft“ nahezubringen. Wenn Bühnenbilder eimerweise in Theaterblut getaucht und Filme so „realistisch“, also auch so brutal wie nur möglich inszeniert werden, wird das allenfalls als ästhetische Frage diskutiert, selten aber mit Abscheu und Entsetzen quittiert. Die schöpferische Freiheit stellt für dramaturgische Provokationen aller Art die Legitimation bereit. Wenn hingegen Gott ein Zeichen wie das Kreuz stiftet, um uns den Weg zu sich zu weisen, wird das nicht für gut befunden. Schöpferische Freiheit billigt man ihm, dem Schöpfer, nicht zu. Gewiss: Das Kreuz verstört. Indem es die Geschichte einer martialischen Rechtsbeugung erzählt, ist es eine für alle Zeiten gültige Mahnung. Es erzählt aber auch die „unglaubliche“ Geschichte von einer unendlichen Liebe, die jedes Unrecht überwindet, weil sie das Leben vor dem Tod in ein Leben nach dem Tod verwandelt. Natürlich ist es damit zugleich auch ein Wegweiser zum Glauben. Wer diesem Wegweiser nicht folgen will, für den könnte das Kreuz doch wenigstens Sinnbild für die von Liebe initiierte Hoffnung sein, die unseren existenziellen Ängsten den Boden entzieht. Bernhard Huber

    Das Zeichen des Kreuzes wird immer wieder geschmäht. Es sei brutal, aggressiv, sein Anblick niemandem, vor allem Kindern nicht, zuzumuten. Als ginge ein magischer Fluch von ihm aus. Als müsste man Angst vor ihm haben. Als könnte sein bloßer Anblick Schaden stiften. Und als wäre es eines nicht: eine Einladung zum liebevollen Mitleid mit allen Menschen, denen Schmach und Tod zugefügt wird. Dahinter verbirgt sich nicht selten die Frage, was denn das für ein Gott sei, der den Menschen auf so grausame Weise seine Liebe zeigt. Ein Regisseur darf, wenn er es für richtig hält, durchaus drastische Mittel anwenden, um uns den Verlauf einer von ihm inszenierten fiktiven Handlung „glaubhaft“ nahezubringen. Wenn Bühnenbilder eimerweise in Theaterblut getaucht und Filme so „realistisch“, also auch so brutal wie nur möglich inszeniert werden, wird das allenfalls als ästhetische Frage diskutiert, selten aber mit Abscheu und Entsetzen quittiert. Die schöpferische Freiheit stellt für dramaturgische Provokationen aller Art die Legitimation bereit. Wenn hingegen Gott ein Zeichen wie das Kreuz stiftet, um uns den Weg zu sich zu weisen, wird das nicht für gut befunden. Schöpferische Freiheit billigt man ihm, dem Schöpfer, nicht zu. Gewiss: Das Kreuz verstört. Indem es die Geschichte einer martialischen Rechtsbeugung erzählt, ist es eine für alle Zeiten gültige Mahnung. Es erzählt aber auch die „unglaubliche“ Geschichte von einer unendlichen Liebe, die jedes Unrecht überwindet, weil sie das Leben vor dem Tod in ein Leben nach dem Tod verwandelt. Natürlich ist es damit zugleich auch ein Wegweiser zum Glauben. Wer diesem Wegweiser nicht folgen will, für den könnte das Kreuz doch wenigstens Sinnbild für die von Liebe initiierte Hoffnung sein, die unseren existenziellen Ängsten den Boden entzieht. Bernhard Huber