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    Glosse: Die demografisch korrekte Armee

    Da ist Wahlkampf und schon muss sich die Bundesregierung mit einer weiteren Euro-Krise befassen. Zugegeben, offiziell hat noch niemand den Wahlkampf ausgerufen. Was aber nur daran liegt, dass wir möglichst lange in dem Glauben belassen werden sollen, die von uns gewählten Volksvertreter arbeiteten immer noch für uns, statt bereits wieder nur für sich. Wobei ein solcher Glaube durchaus etwas Sympathisches hat. Er ist zwar einerseits ziemlich naiv, andererseits aber auch ziemlich anständig. Ziemlich naiv und wenig anständig wirkt dagegen die Vergabe eines Entwicklungsauftrags für die unbefraute Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“, mit der die Bundeswehr die bemannten Aufklärungsmissionen der „Breguet Atlantic“ ersetzen wollte. Dummerweise ist da jedoch das deutsche Flugrecht vor, was im Bundesverteidigungsministerium natürlich niemand wissen konnte. Im ganzen Haus habe es kein einziges Exemplar der „Gelben Seiten“ mehr gegeben. Daher habe man auch niemand fragen können, der sich mit dem deutschen Flugrecht auskennt, heißt es jetzt auf der Hardthöhe. So kann es gehen. Da wollte das Ministerium Personalkosten sparen und die bemannte Aufklärung durch eine unbefraute – politisch korrekt und den demografischen Wandel antizipierend – ersetzen und setzte stattdessen 680 Millionen Euro in den Sand. Ursula von der Leyen soll ihrem Kabinettskollegen de Maiziere übrigens geraten haben, Fachkräfte aus dem EU-Ausland anzuwerben. Dort sei – aufgrund der anderen Euro-Krise – „Kanonenfutter“ gerade besonders preiswert. STEFAN REHDER

    Da ist Wahlkampf und schon muss sich die Bundesregierung mit einer weiteren Euro-Krise befassen. Zugegeben, offiziell hat noch niemand den Wahlkampf ausgerufen. Was aber nur daran liegt, dass wir möglichst lange in dem Glauben belassen werden sollen, die von uns gewählten Volksvertreter arbeiteten immer noch für uns, statt bereits wieder nur für sich. Wobei ein solcher Glaube durchaus etwas Sympathisches hat. Er ist zwar einerseits ziemlich naiv, andererseits aber auch ziemlich anständig. Ziemlich naiv und wenig anständig wirkt dagegen die Vergabe eines Entwicklungsauftrags für die unbefraute Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“, mit der die Bundeswehr die bemannten Aufklärungsmissionen der „Breguet Atlantic“ ersetzen wollte. Dummerweise ist da jedoch das deutsche Flugrecht vor, was im Bundesverteidigungsministerium natürlich niemand wissen konnte. Im ganzen Haus habe es kein einziges Exemplar der „Gelben Seiten“ mehr gegeben. Daher habe man auch niemand fragen können, der sich mit dem deutschen Flugrecht auskennt, heißt es jetzt auf der Hardthöhe. So kann es gehen. Da wollte das Ministerium Personalkosten sparen und die bemannte Aufklärung durch eine unbefraute – politisch korrekt und den demografischen Wandel antizipierend – ersetzen und setzte stattdessen 680 Millionen Euro in den Sand. Ursula von der Leyen soll ihrem Kabinettskollegen de Maiziere übrigens geraten haben, Fachkräfte aus dem EU-Ausland anzuwerben. Dort sei – aufgrund der anderen Euro-Krise – „Kanonenfutter“ gerade besonders preiswert.