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    Glosse: Die Seele meiner Gänseblümchen

    Die linksliberale Tageszeitung „Der Standard“, das österreichische Zentralorgan der dogmatischen Kirchenkritik, nutzte in einem Anfall interreligiöser Dialogfreudigkeit das ursprünglich ja christlich konnotierte Osterfest, die Österreicher darüber aufzuklären, was sie glauben. Das ist schon praktisch, weil es den meisten Menschen ja geht wie dem langohrigen Feldhasen, den die nämliche Zeitung zu diesem Tage auf ihre Titelseite zeichnete, und der ein Schild mit der Aufschrift „Ich weiß von nichts“ trägt. Damit auch jene erfragte Mehrheit, die das Credo nicht mehr mit Inbrunst und Überzeugung singen kann, weiß was sie glaubt, bedurfte es dieser erkenntnisschweren Glaubenserforschung. Ihr zufolge sind nur drei dogmatische Formeln noch mehrheitsfähig: „dass auch Tiere eine Seele haben“ (59 Prozent), „dass es Naturerscheinungen gibt, die die Wissenschaft nie klären kann“ (55 Prozent) und „dass es eine höhere Gerechtigkeit gibt“ (51 Prozent). Offen blieb leider, ob auch Menschen eine Seele haben und wozu, ob die Befragten bei den wissenschaftlich unerklärbaren Naturerscheinungen an die Auferstehung Jesu oder an Eier versteckende Osterhasen dachten, ob mit der höheren Gerechtigkeit der Weltenrichter oder eine kochlöffelschwingende Ehefrau gemeint war.

    Die linksliberale Tageszeitung „Der Standard“, das österreichische Zentralorgan der dogmatischen Kirchenkritik, nutzte in einem Anfall interreligiöser Dialogfreudigkeit das ursprünglich ja christlich konnotierte Osterfest, die Österreicher darüber aufzuklären, was sie glauben. Das ist schon praktisch, weil es den meisten Menschen ja geht wie dem langohrigen Feldhasen, den die nämliche Zeitung zu diesem Tage auf ihre Titelseite zeichnete, und der ein Schild mit der Aufschrift „Ich weiß von nichts“ trägt. Damit auch jene erfragte Mehrheit, die das Credo nicht mehr mit Inbrunst und Überzeugung singen kann, weiß was sie glaubt, bedurfte es dieser erkenntnisschweren Glaubenserforschung. Ihr zufolge sind nur drei dogmatische Formeln noch mehrheitsfähig: „dass auch Tiere eine Seele haben“ (59 Prozent), „dass es Naturerscheinungen gibt, die die Wissenschaft nie klären kann“ (55 Prozent) und „dass es eine höhere Gerechtigkeit gibt“ (51 Prozent). Offen blieb leider, ob auch Menschen eine Seele haben und wozu, ob die Befragten bei den wissenschaftlich unerklärbaren Naturerscheinungen an die Auferstehung Jesu oder an Eier versteckende Osterhasen dachten, ob mit der höheren Gerechtigkeit der Weltenrichter oder eine kochlöffelschwingende Ehefrau gemeint war.

    Beeindruckend zwar, dass jeweils 34 Prozent glauben, „dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist“ und „dass auch Pflanzen eine Seele haben“, offen blieb nur die Schnittmenge zwischen diesen Bekenntnissen. Wie überhaupt manche Erträge mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten: Wenn 34 Prozent den Pflanzen eine Seele zugestehen, aber nur 12 Prozent an den Himmel und zwei Prozent an die Hölle glauben, wo bitteschön kann ich dann postmortal den Seelen all der lieben Gänseblümchen meiner Kindertage wieder begegnen?