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    Glosse: Der Kater lässt das Mausen nicht

    Eigentlich gäbe die Geschichte, mit der zum Wochenauftakt die „Bild am Sonntag“ aufwartete, auch ein hübsches Drehbuch für Animationsfilmschmieden wie Dreamworks oder Walt Disney ab: Der gestiefelte Kater Barack beschützt die Unschuldigen. Und bei seinem heldenhaften Streben nach Gerechtigkeit lässt er sich von niemandem aufhalten. Schon gar nicht von Angela Merkels Handy. Nachdem der Kater im Januar angekündigte hatte, der National Security Agency (NSA) das Abhören der Telefone der Regierungschefs befreundeter Staaten zu versagen, weiß die Zeitung zu berichten, dass sich die NSA tatsächlich an die Anweisungen des laut Forbes zweitmächtigsten Mäuseschrecks der Welt hält. Statt Merkels Handy hört die NSA nun die Telefone derer ab, mit denen Merkel telefoniert. „Wir haben die Order, keinerlei Informationsverluste zuzulassen, nachdem die Kommunikation der Kanzlerin nicht mehr direkt überwacht werden darf“, soll ein NSA-Mitarbeiter das Vorgehen begründet haben. Endlich ein gelungener Beitrag zur Vollbeschäftigung: Denn wenn die NSA 297 Mitarbeiter beschäftigt, um die rund 320 Personen aus Politik und Wirtschaft zu überwachen, mit denen Merkel konferiert, um entscheidende Details für die Terrorbekämpfung zu gewinnen, dann sollte vielleicht einfach jeder jemanden zur Seite gestellt bekommen, der ihn überwacht. Im Osten Deutschlands leben noch genug Menschen, die als Ausbilder in Frage kämen. Und sollte Merkel den Kater bei ihrem Besuch tatsächlich fragen, welchen Nutzen er sich für die Terrorbekämpfung von dem Abhören von Gesprächen verspricht, die etwa der CEO von SAP führt, könnte im Drehbuch als Antwort Baracks stehen: „Ihr macht den Kater wütend. Und niemand will, dass der Kater wütend wird.“ Stefan Rehder

    Eigentlich gäbe die Geschichte, mit der zum Wochenauftakt die „Bild am Sonntag“ aufwartete, auch ein hübsches Drehbuch für Animationsfilmschmieden wie Dreamworks oder Walt Disney ab: Der gestiefelte Kater Barack beschützt die Unschuldigen. Und bei seinem heldenhaften Streben nach Gerechtigkeit lässt er sich von niemandem aufhalten. Schon gar nicht von Angela Merkels Handy. Nachdem der Kater im Januar angekündigte hatte, der National Security Agency (NSA) das Abhören der Telefone der Regierungschefs befreundeter Staaten zu versagen, weiß die Zeitung zu berichten, dass sich die NSA tatsächlich an die Anweisungen des laut Forbes zweitmächtigsten Mäuseschrecks der Welt hält. Statt Merkels Handy hört die NSA nun die Telefone derer ab, mit denen Merkel telefoniert. „Wir haben die Order, keinerlei Informationsverluste zuzulassen, nachdem die Kommunikation der Kanzlerin nicht mehr direkt überwacht werden darf“, soll ein NSA-Mitarbeiter das Vorgehen begründet haben. Endlich ein gelungener Beitrag zur Vollbeschäftigung: Denn wenn die NSA 297 Mitarbeiter beschäftigt, um die rund 320 Personen aus Politik und Wirtschaft zu überwachen, mit denen Merkel konferiert, um entscheidende Details für die Terrorbekämpfung zu gewinnen, dann sollte vielleicht einfach jeder jemanden zur Seite gestellt bekommen, der ihn überwacht. Im Osten Deutschlands leben noch genug Menschen, die als Ausbilder in Frage kämen. Und sollte Merkel den Kater bei ihrem Besuch tatsächlich fragen, welchen Nutzen er sich für die Terrorbekämpfung von dem Abhören von Gesprächen verspricht, die etwa der CEO von SAP führt, könnte im Drehbuch als Antwort Baracks stehen: „Ihr macht den Kater wütend. Und niemand will, dass der Kater wütend wird.“