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    Glosse: „Bettina, zieh' Dir bitte etwas an!“

    „Bettina, zieh Dir bitte etwas an!“ So lautete der Titel eines Songs des so durchgeknallten wie erfolgreichen Hip-Hop-Trios „Fettes Brot“. In ihm besingen die Hamburger Reimkünstler (König Boris, Dr. Renz und Schiffmeister) keineswegs Deutschlands ehemalige First Lady, sondern prangern den Stumpfsinn von Quiz-Shows an, die von privaten TV-Sendern zu nachtschlafender Zeit ausgestrahlt werden. Stumpfsinn, der sich aber offenbar rechnet. Rechnen, so viel ist sicher, dürfte sich auch der Aufwand, den Bettina Wulff derzeit betreibt, um ihre Ehre wiederherzustellen. Denn dass die Gattin von Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit halbjähriger Verspätung nun juristisch gegen Gerüchte vorgeht, die ihr eine Vergangenheit im Rotlicht-Milieu andichteten, dürfte dem Abverkauf ihres Buches „Jenseits des Protokolls“ nicht abträglich sein. Mit einer Auflage von 100 000 Exemplaren will der Münchner Riva-Verlag an den Start gehen. Natürlich ist es das gute Recht eines jeden Menschen, sich gegen die Verbreitung verleumderischer Behauptungen zur Wehr zu setzen und deren Löschung im Internet anzustreben. Dass Bettina Wulff aber mit diesem Schritt so lange gewartet hat, bis er mit der Werbung für ihr Buch zusammenfällt, hat ein Geschmäckle. Selbst wenn die zeitliche Parallelität bloß Zufall wäre, könnte sie der Vermarktung künftiger Promi-Bücher als Blaupause dienen. Denn wer will wirklich wissen, dass Bettina Wulff vor ihrer Ehe mit Christian mit einem Rettungsschwimmer, einem Fitness-Club-Besitzer und einem Immobilienmakler zusammen war oder dass ihr Tattoo, das sie auf dem Cover ausstellt, eigentlich bis zum Ellenbogen hätte reichen sollen? Doch allenfalls jene traurige TV-Zuschauer, die die drei Hip-Hopper flehen lassen: „Bettina, zieh Dir bitte etwas an!“ Stefan Rehder

    „Bettina, zieh Dir bitte etwas an!“ So lautete der Titel eines Songs des so durchgeknallten wie erfolgreichen Hip-Hop-Trios „Fettes Brot“. In ihm besingen die Hamburger Reimkünstler (König Boris, Dr. Renz und Schiffmeister) keineswegs Deutschlands ehemalige First Lady, sondern prangern den Stumpfsinn von Quiz-Shows an, die von privaten TV-Sendern zu nachtschlafender Zeit ausgestrahlt werden. Stumpfsinn, der sich aber offenbar rechnet. Rechnen, so viel ist sicher, dürfte sich auch der Aufwand, den Bettina Wulff derzeit betreibt, um ihre Ehre wiederherzustellen. Denn dass die Gattin von Ex-Bundespräsident Christian Wulff mit halbjähriger Verspätung nun juristisch gegen Gerüchte vorgeht, die ihr eine Vergangenheit im Rotlicht-Milieu andichteten, dürfte dem Abverkauf ihres Buches „Jenseits des Protokolls“ nicht abträglich sein. Mit einer Auflage von 100 000 Exemplaren will der Münchner Riva-Verlag an den Start gehen. Natürlich ist es das gute Recht eines jeden Menschen, sich gegen die Verbreitung verleumderischer Behauptungen zur Wehr zu setzen und deren Löschung im Internet anzustreben. Dass Bettina Wulff aber mit diesem Schritt so lange gewartet hat, bis er mit der Werbung für ihr Buch zusammenfällt, hat ein Geschmäckle. Selbst wenn die zeitliche Parallelität bloß Zufall wäre, könnte sie der Vermarktung künftiger Promi-Bücher als Blaupause dienen. Denn wer will wirklich wissen, dass Bettina Wulff vor ihrer Ehe mit Christian mit einem Rettungsschwimmer, einem Fitness-Club-Besitzer und einem Immobilienmakler zusammen war oder dass ihr Tattoo, das sie auf dem Cover ausstellt, eigentlich bis zum Ellenbogen hätte reichen sollen? Doch allenfalls jene traurige TV-Zuschauer, die die drei Hip-Hopper flehen lassen: „Bettina, zieh Dir bitte etwas an!“