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    Glosse: Aller guten Dinge sind ...

    Eine Jeans, die man nicht mehr verschmutzen muss, weil sie schon im Schmutzdesign hergestellt wird. Eine (evangelische) Kirche, die sich auf den Weltlachtag am 7. Mai vorbereitet und statt mit dem Klang der Glocken mit Gelächter zur Besinnung einlädt. Ein Auto, das fliegen kann. Was haben diese drei Dinge gemeinsam? Nichts, außer dass sie zeitgleich unsere Wahrnehmungsschwelle übertreten haben. Jetzt müssen wir mit ihnen klarkommen, sie verarbeiten, wie der Psychologe sagt. Wir könnten sie natürlich einfach ignorieren. Aber wie ignoriert man die Idee, mit Jeans, die so aussehen, als wären sie archäologische Fundstücke aus Ötzis Zeit, Geld verdienen zu wollen? Die Rede ist immerhin von knapp 400 Euro pro Exemplar. Ein Kopfschüttler ist doch das Mindeste, was man dafür erübrigen muss, selbst wenn man sich sogleich Wichtigerem zuwendet. Dass eine Kirchengemeinde vom Kirchturm herab die Heiterkeit unter uns Menschen zu mehren versucht, perlt auch nicht einfach von uns ab, zumal das als Botschaft an alle Miesepeter und -petras gelten kann, wenigstens ihr eigenes mürrisches Gesicht wegzulächeln. Und das fliegende Auto besticht deshalb, weil sich an dessen Entwicklung jemand beteiligt, der mit einer Suchmaschine steinreich geworden ist. Wer von Steinreichtum absolut keine Ahnung hat, fragt sich da natürlich, ob das ein Rechtfertigungsversuch für das Steinreichsein sein soll, weil man meint, man würde der Menschheit einen Dienst erweisen, den bereits erfundenen Fluggeräten ein weiteres hinzuzufügen. Philanthropie wird jedenfalls von manchen Steinreichen als Hobby gepflegt, nicht zuletzt, wenn sie mit fragwürdigen Methoden ihren Stammplatz auf der Forbes-Liste erobert haben. Ein Flugauto ist da vielleicht nur eine Form der Abbitte. Bernhard Huber

    Eine Jeans, die man nicht mehr verschmutzen muss, weil sie schon im Schmutzdesign hergestellt wird. Eine (evangelische) Kirche, die sich auf den Weltlachtag am 7. Mai vorbereitet und statt mit dem Klang der Glocken mit Gelächter zur Besinnung einlädt. Ein Auto, das fliegen kann. Was haben diese drei Dinge gemeinsam? Nichts, außer dass sie zeitgleich unsere Wahrnehmungsschwelle übertreten haben. Jetzt müssen wir mit ihnen klarkommen, sie verarbeiten, wie der Psychologe sagt. Wir könnten sie natürlich einfach ignorieren. Aber wie ignoriert man die Idee, mit Jeans, die so aussehen, als wären sie archäologische Fundstücke aus Ötzis Zeit, Geld verdienen zu wollen? Die Rede ist immerhin von knapp 400 Euro pro Exemplar. Ein Kopfschüttler ist doch das Mindeste, was man dafür erübrigen muss, selbst wenn man sich sogleich Wichtigerem zuwendet. Dass eine Kirchengemeinde vom Kirchturm herab die Heiterkeit unter uns Menschen zu mehren versucht, perlt auch nicht einfach von uns ab, zumal das als Botschaft an alle Miesepeter und -petras gelten kann, wenigstens ihr eigenes mürrisches Gesicht wegzulächeln. Und das fliegende Auto besticht deshalb, weil sich an dessen Entwicklung jemand beteiligt, der mit einer Suchmaschine steinreich geworden ist. Wer von Steinreichtum absolut keine Ahnung hat, fragt sich da natürlich, ob das ein Rechtfertigungsversuch für das Steinreichsein sein soll, weil man meint, man würde der Menschheit einen Dienst erweisen, den bereits erfundenen Fluggeräten ein weiteres hinzuzufügen. Philanthropie wird jedenfalls von manchen Steinreichen als Hobby gepflegt, nicht zuletzt, wenn sie mit fragwürdigen Methoden ihren Stammplatz auf der Forbes-Liste erobert haben. Ein Flugauto ist da vielleicht nur eine Form der Abbitte. Bernhard Huber