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    Gastkommentar: Kontrollierter Glaube

    Die Verhaftung des katholischen Priesters Thaddeus Nguyen Van Ly am 25. Juli wirft ein Schlaglicht auf die Lage der bedrohten christlichen Minderheit in Vietnam. Van Ly, der sich seit den 1970er Jahren für Religions- und Meinungsfreiheit in seinem Heimatland einsetzt, wurde zuvor bereits mehrfach verhaftet und verurteilt. Zuletzt 2007 wegen „staatsfeindlicher Propaganda“. Für die nächsten acht Jahre sollte er nicht mehr für Glaubensfreiheit und gegen staatliche Kontrolle öffentlich eintreten dürfen. Nur aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes setzte man diese Strafe 2010 für ein Jahr aus. Er bekam Haftverschonung unter strengem Hausarrest. Obwohl der Gesundheitszustand des Priesters nach Aussagen enger Vertrauter nach drei Schlaganfällen noch immer besorgniserregend ist, wurde er erneut inhaftiert.

    Die Verhaftung des katholischen Priesters Thaddeus Nguyen Van Ly am 25. Juli wirft ein Schlaglicht auf die Lage der bedrohten christlichen Minderheit in Vietnam. Van Ly, der sich seit den 1970er Jahren für Religions- und Meinungsfreiheit in seinem Heimatland einsetzt, wurde zuvor bereits mehrfach verhaftet und verurteilt. Zuletzt 2007 wegen „staatsfeindlicher Propaganda“. Für die nächsten acht Jahre sollte er nicht mehr für Glaubensfreiheit und gegen staatliche Kontrolle öffentlich eintreten dürfen. Nur aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes setzte man diese Strafe 2010 für ein Jahr aus. Er bekam Haftverschonung unter strengem Hausarrest. Obwohl der Gesundheitszustand des Priesters nach Aussagen enger Vertrauter nach drei Schlaganfällen noch immer besorgniserregend ist, wurde er erneut inhaftiert.

    Van Ly ist der Regierung unbequem. Seine Verhaftung ist nur die Spitze des Eisbergs staatlicher Übergriffe und Kontrolle, denen die Christen in Vietnam seit Jahren ausgesetzt sind. Seit langem schon werden Kirchenleiter und Menschenrechtsaktivisten, die gegen diese Kontrolle des religiösen Lebens und für Glaubens- und Meinungsfreiheit in Vietnam eintreten, mit Gefängnisstrafen bedroht. In unfairen Prozessen werden Kritiker wegen Störung der öffentlichen Ordnung oder Propaganda gegen die Regierung verurteilt. Diese willkürliche Behandlung betrifft nicht nur etablierte Kirchen, sondern vor allem Christen, die ihre sozialen und ethnischen Wurzeln in den Stammesvölkern haben. Besonders Christen aus den ethnischen Minderheiten auf dem Land beziehungsweise dem zentralen Hochland (sogenannte Montagnards) erleben Verfolgung. Willkürliche Verhaftungen, Drangsalierung und Geldstrafen sind hier weiterhin an der Tagesordnung. So wurden etwa im März dieses Jahres Jugendversammlungen einer Hausgemeinde in Zentralvietnam durchkreuzt und ein Pastor brutal zusammengeschlagen. Nicht zuletzt deshalb steht Vietnam auf Platz 18 des Weltverfolgungsindex' von Open Doors, der Liste von Staaten, in denen Christen am meisten verfolgt werden. International wird Van Lys Verhaftung kritisiert, zuletzt von der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Das ist erfreulich. Doch die Glaubensgeschwister in Vietnam brauchen mehr. Sie brauchen vor allem die Gewissheit, dass Christen in aller Welt auf ihre Bitte antworten: „Betet für uns, damit wir trotz Bedrohung und Verfolgung in unserem Glauben stark bleiben.“

    Daniel Ottenberg leitet das Referat Menschenrechte bei Open Doors Deutschland e.V.