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    Gastkommentar: Auf Hungerkrisen nicht vorbereitet

    Erst vertrocknen die Pflanzen, dann spült sintflutartiger Regen die übrige Ernte von den Feldern: Nun bestätigt auch der UN-Wissenschaftsrat zum Klimawandel (IPCC) in seinem neuen Bericht, dass der Klimawandel die weltweiten Ernten und Nahrungsmittelproduktion früher und stärker beeinträchtigen wird als bisher angenommen. Die globalen Erträge wichtiger Grundnahrungsmittel drohen um zwei Prozent pro Jahrzehnt zurückzugehen, während gleichzeitig der weltweite Bedarf um 14 Prozent pro Jahrzehnt ansteigt. Die Folge: die Preise ziehen an und könnten sich nach einer Oxfam-Studie bis 2030 verdoppeln; die Hälfte dieses Anstiegs ginge dabei auf den Klimawandel zurück. Millionen Menschen in den ärmsten Ländern werden dann nicht mehr in der Lage sein, genug Nahrungsmittel in ausreichender Qualität einzukaufen. Bis 2050 könnten wegen des Klimawandels zusätzlich 50 Millionen Menschen von Hunger, Mangel- und Unterernährung bedroht sein. Die Welt ist auf die kommenden Rückschläge im Kampf gegen den Hunger in der Welt nicht vorbereitet. Beispielsweise sind über 80 Prozent der weltweiten Anbaufläche wegen fehlender Bewässerungssysteme auf Regen angewiesen. Wegen des Klimawandels aber gibt es davon entweder zunehmend zu wenig, oder aber es regnet zur falschen Zeit und zu viel auf einmal. Hinzu kommt, dass in Ländern wie Malawi weniger als ein Prozent der Bauern durch Wetterversicherungen geschützt sind – in den USA sind es 90 Prozent. Kommt es zu Hungerkrisen, fallen die Hilfslieferungen der Staatengemeinschaft immer mehr hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Auch die von den reichen Ländern versprochene Hilfe für die armen Länder bei der Anpassung an die klimatischen Veränderungen etwa zum Schutz der Ernten ist mit gerade einmal zwei Prozent der benötigten Summen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der steigende Meeresspiegel, schwindende Ökosysteme, Wassermangel, Unwetter und wiederkehrende Dürren könnten zu einem globalen Desaster werden. Damit es nicht so kommt, brauchen wir weltweit mehr und ehrgeizigeren Klimaschutz, um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase drastisch zu senken. Deswegen ist die Energiewende so wichtig – die Welt schaut auf uns. Wenn ein Hochtechnologieland wie Deutschland mit seinem im Weltmaßstab sensationellen Wohlstand es nicht schafft, seine Wirtschaft und seine Energiesysteme klimafreundlich umzubauen, wie können wir dann Ähnliches vom Rest der Welt erhoffen?

    Erst vertrocknen die Pflanzen, dann spült sintflutartiger Regen die übrige Ernte von den Feldern: Nun bestätigt auch der UN-Wissenschaftsrat zum Klimawandel (IPCC) in seinem neuen Bericht, dass der Klimawandel die weltweiten Ernten und Nahrungsmittelproduktion früher und stärker beeinträchtigen wird als bisher angenommen. Die globalen Erträge wichtiger Grundnahrungsmittel drohen um zwei Prozent pro Jahrzehnt zurückzugehen, während gleichzeitig der weltweite Bedarf um 14 Prozent pro Jahrzehnt ansteigt. Die Folge: die Preise ziehen an und könnten sich nach einer Oxfam-Studie bis 2030 verdoppeln; die Hälfte dieses Anstiegs ginge dabei auf den Klimawandel zurück. Millionen Menschen in den ärmsten Ländern werden dann nicht mehr in der Lage sein, genug Nahrungsmittel in ausreichender Qualität einzukaufen. Bis 2050 könnten wegen des Klimawandels zusätzlich 50 Millionen Menschen von Hunger, Mangel- und Unterernährung bedroht sein. Die Welt ist auf die kommenden Rückschläge im Kampf gegen den Hunger in der Welt nicht vorbereitet. Beispielsweise sind über 80 Prozent der weltweiten Anbaufläche wegen fehlender Bewässerungssysteme auf Regen angewiesen. Wegen des Klimawandels aber gibt es davon entweder zunehmend zu wenig, oder aber es regnet zur falschen Zeit und zu viel auf einmal. Hinzu kommt, dass in Ländern wie Malawi weniger als ein Prozent der Bauern durch Wetterversicherungen geschützt sind – in den USA sind es 90 Prozent. Kommt es zu Hungerkrisen, fallen die Hilfslieferungen der Staatengemeinschaft immer mehr hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Auch die von den reichen Ländern versprochene Hilfe für die armen Länder bei der Anpassung an die klimatischen Veränderungen etwa zum Schutz der Ernten ist mit gerade einmal zwei Prozent der benötigten Summen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der steigende Meeresspiegel, schwindende Ökosysteme, Wassermangel, Unwetter und wiederkehrende Dürren könnten zu einem globalen Desaster werden. Damit es nicht so kommt, brauchen wir weltweit mehr und ehrgeizigeren Klimaschutz, um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase drastisch zu senken. Deswegen ist die Energiewende so wichtig – die Welt schaut auf uns. Wenn ein Hochtechnologieland wie Deutschland mit seinem im Weltmaßstab sensationellen Wohlstand es nicht schafft, seine Wirtschaft und seine Energiesysteme klimafreundlich umzubauen, wie können wir dann Ähnliches vom Rest der Welt erhoffen?

    Der Autor ist Referent für Klimapolitik bei Oxfam Deutschland.