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    GLOSSE: Der katholische Lackmustest

    „Seit Bacon spricht der Teufel Englisch“, schrieb schon der Schriftsteller Harry Mulisch. Und das perfide Albion schickt sich an, dem Papst einen heißen Empfang zu bereiten. Von Hass-Demos ist die Rede. „Protest the Pope“ zischelt der Teufel, äh – 'tschuldigung – irgend so ein dämlicher Laizisten-Verband. Da zurzeit jedoch im Zuge der allgemeinen Klimaerwärmung des Planeten mit einem vorzeitigen Wintereinbruch zu rechnen ist, dürfte sich das Gemüt der Protestierer pünktlich zu Beginn des Papstbesuchs wieder abgekühlt haben und ihr Aufbegehren an dem scheitern, woran in England eigentlich immer alles scheitert: am schlechten Wetter. Hat sich einst doch schon die spanische Flotte bei der Insel-Umseglung wetterbedingt selbst versenkt. Da nutzt es dann auch wenig, dass Stephen Hawking jetzt schnell noch Gott abschaffen wollte. Der berühmte Astrophysiker stammt zwar aus Oxford, wandelt aber nicht in den Spuren Kardinal Newmans, sondern in denen Francis Bacons, was Papst Benedikt sicherlich nicht „amused“ haben kann, ist Hawking doch nicht nur ein schlauer Kopf, sondern auch Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Dem lieben Gott macht das natürlich nichts, dass ihn so ein Astrophysiker abschaffen will. Und auch die Päpstliche Akademie der Wissenschaften ist selbstsicher genug, dass ein schwarzes Schaf nicht weiter für Unruhe sorgt. Aber da sieht man es wieder einmal. Seit Bacon (oder seit Heinrich VIII.) ist der Wurm drin in diesem Land, was sich auch mit dem „katholischen Lackmustest“ schnell feststellen lässt: Die Küche auf der Insel ist ungenießbar, was eigentlich ein Grund mehr wäre, den Engländern zu sagen „Come back to Rome“. Porridge ade. Stattdessen: „Rome sweet Rome“ – da isst man allemal besser. Guido Horst

    „Seit Bacon spricht der Teufel Englisch“, schrieb schon der Schriftsteller Harry Mulisch. Und das perfide Albion schickt sich an, dem Papst einen heißen Empfang zu bereiten. Von Hass-Demos ist die Rede. „Protest the Pope“ zischelt der Teufel, äh – 'tschuldigung – irgend so ein dämlicher Laizisten-Verband. Da zurzeit jedoch im Zuge der allgemeinen Klimaerwärmung des Planeten mit einem vorzeitigen Wintereinbruch zu rechnen ist, dürfte sich das Gemüt der Protestierer pünktlich zu Beginn des Papstbesuchs wieder abgekühlt haben und ihr Aufbegehren an dem scheitern, woran in England eigentlich immer alles scheitert: am schlechten Wetter. Hat sich einst doch schon die spanische Flotte bei der Insel-Umseglung wetterbedingt selbst versenkt. Da nutzt es dann auch wenig, dass Stephen Hawking jetzt schnell noch Gott abschaffen wollte. Der berühmte Astrophysiker stammt zwar aus Oxford, wandelt aber nicht in den Spuren Kardinal Newmans, sondern in denen Francis Bacons, was Papst Benedikt sicherlich nicht „amused“ haben kann, ist Hawking doch nicht nur ein schlauer Kopf, sondern auch Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Dem lieben Gott macht das natürlich nichts, dass ihn so ein Astrophysiker abschaffen will. Und auch die Päpstliche Akademie der Wissenschaften ist selbstsicher genug, dass ein schwarzes Schaf nicht weiter für Unruhe sorgt. Aber da sieht man es wieder einmal. Seit Bacon (oder seit Heinrich VIII.) ist der Wurm drin in diesem Land, was sich auch mit dem „katholischen Lackmustest“ schnell feststellen lässt: Die Küche auf der Insel ist ungenießbar, was eigentlich ein Grund mehr wäre, den Engländern zu sagen „Come back to Rome“. Porridge ade. Stattdessen: „Rome sweet Rome“ – da isst man allemal besser. Guido Horst