• aktualisiert:

    Endlich Fastenzeit

    Von Markus Reder

    Von Markus Reder

    Wäre nicht alles so traurig, hätte man in den letzten Wochen viel zu lachen gehabt. Denn im Grunde war es im höchsten Maße lächerlich, was die Hünermänner und Hasenhüttls und die anderen traurigen Gestalten so von sich gaben. Immer nach dem Motto, wer Petrus am brutalsten in die Beine grätscht, der kommt auch in die Nachrichten. Da laufen dann die Ewiggestrigen zu neuer Form auf. Das ZdK findet in der Reform der Kurie endlich seine eigentliche Berufung. Professoren unterzeichnen Protestpamphlete. „Wir sind Kirche“ startet internationale Unterschriftenaktionen. Und in Österreich wird ein ernannter Weihbischof zum kirchlichen Supergau. Ist das eine böse Kirchensatire, die ein Kenner innerkirchlicher Befindlichkeiten auf die Bühne gebracht hat? Leider nein. Auch mit Fasching hat das nichts zu tun. Es ist traurige Bilanz der letzten Wochen und die stecken voller Absurditäten. Da ignoriert man die Realität und wirft dem Papst Weltabgewandtheit vor. Doch statt selbst Apostolat zu treiben und mutig Zeugnis in Politik und Gesellschaft zu geben, pflegt man Selbstbespiegelung und professionalisiert sein Kritikastertum. Statt Salz der Welt zu sein, streut man lieber Salz in Wunden der Kirche. Was das mit dem viel beschworenen „Geist der Konzils“ zu tun haben soll, wissen wohl wirklich nur jene, die die letzten Wochen zur großen kirchlichen „Geisterstunde“ gemacht haben. Doch die ungeschminkte Kritik hat auch ihr Gutes: Die Masken sind gefallen. Das trägt zur Klarheit bei, zur Scheidung der Geister.

    Am Aschermittwoch ist alles vorbei, heißt es bei Fasenachtern und Karnevalisten. Was wäre es schön, wenn das auch für die kirchliche Narrenschar gelten würde. Vierzig Tage Besinnung auf das Wesentliche. Großer Gott, welch eine Chance! Schluss mit den „tollen Tagen“. Es lebe die Fastenzeit!