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    Einseitige Sicht zu Syrien

    Berlin/Moskau (DT/KNA/dpa) Der melkitische Patriarch Gregorios Laham hat eine einseitige Wahrnehmung des syrischen Präsidenten Assad kritisiert. Stets werde ausschließlich Assad von Europa als blutrünstiger Bösewicht dargestellt, meinte der Patriarch im Interview des Berliner „Tagesspiegel“. Man glaube offenbar, seine Gegner seien „mehr oder weniger brave Engel“. Ihm hätten Offiziere glaubhaft versichert, es gebe keinen Schießbefehl von Assad. Er warnte davor, Berichten und Bildern ohne weiteres zu trauen. Gregorios III. betonte, das öffentliche Leben in Syrien sei bislang nicht zusammengebrochen. Chaos gebe es „nur in bestimmten Gegenden und zu bestimmten Zeiten“. Christen fühlten sich „weniger als Christ“, sondern „vielmehr als Bürger bedroht“. Sie fragten sich, wie sie ihren Alltag sicher gestalten könnten, wie sie zur Arbeit kommen sollten oder wie sie ihre Kinder zur Schule schicken könnten.

    Berlin/Moskau (DT/KNA/dpa) Der melkitische Patriarch Gregorios Laham hat eine einseitige Wahrnehmung des syrischen Präsidenten Assad kritisiert. Stets werde ausschließlich Assad von Europa als blutrünstiger Bösewicht dargestellt, meinte der Patriarch im Interview des Berliner „Tagesspiegel“. Man glaube offenbar, seine Gegner seien „mehr oder weniger brave Engel“. Ihm hätten Offiziere glaubhaft versichert, es gebe keinen Schießbefehl von Assad. Er warnte davor, Berichten und Bildern ohne weiteres zu trauen. Gregorios III. betonte, das öffentliche Leben in Syrien sei bislang nicht zusammengebrochen. Chaos gebe es „nur in bestimmten Gegenden und zu bestimmten Zeiten“. Christen fühlten sich „weniger als Christ“, sondern „vielmehr als Bürger bedroht“. Sie fragten sich, wie sie ihren Alltag sicher gestalten könnten, wie sie zur Arbeit kommen sollten oder wie sie ihre Kinder zur Schule schicken könnten.

    Die UN-Vetomacht Russland lehnt einen US-Vorschlag für eine neue Resolution des Weltsicherheitsrates gegen Syrien als „unausgewogen“ ab. Es fehlten Anforderungen an beide Seiten, die Gewalt zu beenden, sagte Vize-Außenminister Gennadi Gatilow am Freitag der Agentur Interfax. Moskau fordert, sowohl die Führung des syrischen Präsidenten als auch die Regierungsgegner für das Blutvergießen verantwortlich zu machen. „Wir können den Entwurf in der Form, wie er jetzt präsentiert wurde, nicht akzeptieren“, sagte Gatilow. Russland hat im Sicherheitsrat bereits zweimal eine UN-Resolution gegen Syrien mit einem Veto verhindert. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hofft nach dem Abgang des syrischen Vize-Ölministers auf einen baldigen Zerfall der Führungsriege um Präsident Baschar al-Assad. „Der Zerfallsprozess des Assad-Regimes hat begonnen“, sagte Westerwelle am Freitag in Berlin. „Die Erosionserscheinungen werden sich fortsetzen. Kein Land lässt sich auf Dauer mit Grausamkeit und Unterdrückung führen.“ Erneut sprach er sich gegen ein militärisches Eingreifen aus.