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    „Ein inhumaner Gewaltakt“

    Vatikanstadt (DT/KNA) In einem Telegramm an Patriarch Emmanuel III. Delly von Bagdad hat Papst Benedikt XVI. seine Trauer über den Tod des chaldäisch-katholischen Erzbischofs von Mossul, Paul Faraj Rahho bekundet und dies als „inhumanen Gewaltakt“ bezeichnet. Die Entführung und der Tod Rahhos beleidigten die Menschenwürde und fügten dem friedlichen Zusammenleben des irakischen Volks schweren Schaden zu, schreibt der Papst an den chaldäischen Kirchenführer. Er bete darum, „dass dieses tragische Ereignis dazu diene, in dem gemarterten Land des Irak eine Zukunft des Friedens aufzubauen“.

    Vatikanstadt (DT/KNA) In einem Telegramm an Patriarch Emmanuel III. Delly von Bagdad hat Papst Benedikt XVI. seine Trauer über den Tod des chaldäisch-katholischen Erzbischofs von Mossul, Paul Faraj Rahho bekundet und dies als „inhumanen Gewaltakt“ bezeichnet. Die Entführung und der Tod Rahhos beleidigten die Menschenwürde und fügten dem friedlichen Zusammenleben des irakischen Volks schweren Schaden zu, schreibt der Papst an den chaldäischen Kirchenführer. Er bete darum, „dass dieses tragische Ereignis dazu diene, in dem gemarterten Land des Irak eine Zukunft des Friedens aufzubauen“.

    Die Leiche des Geistlichen wurde in der Nähe seiner Bischofsstadt Mossul aufgefunden, teilte der Weihbischof in Bagdad, Shlemon Warduni, laut Meldung des italienischen Pressedienstes SIR am Donnerstag mit. Es sei noch unklar, ob Rahho infolge seines schwachen Gesundheitszustands starb oder ob er ermordet wurde: „Die Entführer sagten uns nur, dass er tot ist.“ Die Geiselnehmer hätten Rahho bereits bestattet. Die Bundesregierung und die katholische Kirche in Deutschland zeigten sich tief betroffen.

    Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich traurig und erschüttert. Es sei erschreckend, dass Christen, ihre Gemeinden und Geistlichen im Irak „zur Zielscheibe von Terrorismus, Gewalt und Verfolgung geworden sind“, sagte er in Berlin. Der Minister rief alle Parteien und Gruppierungen im Irak auf, zu nationaler und interkonfessioneller Versöhnung zurückzufinden.

    Auch die Kirche in Deutschland drückte in einem Brief an Emmanuel III. ihr Beileid aus. „Wir sind zutiefst betroffen und erschüttert über diesen grausamen Tod“, schreibt der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Man hoffe und bete, dass der Tod des Bischofs am Ende dem Frieden im Irak diene.

    Der Vatikan verurteilte die „völlig absurde und ungerechtfertigte Gewalt“, die das irakische Volk und vor allem die christliche Minderheit treffe. Dieses tragische Ereignis müsse die internationale Gemeinschaft zu neuen und noch stärkeren Friedensbemühungen für den Irak herausfordern, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi in einer ersten Stellungnahme.

    Auch das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“ nahm die Nachricht vom Tod des Erzbischofs mit Erschütterung auf. Der Geistliche Assistent, Pater Joaquín Alliende, sprach seine Dankbarkeit für das Leben dieses „guten Hirten“ aus, der lediglich seinem Volk habe dienen wollen. Sein Tod sei ein Symbol für alle unschuldigen Menschen, die im Irak ihr Leben verloren haben. „Kirche in Not“, das seit Jahren mit Erzbischof Rahho in Kontakt stand, sei in diesen Stunden im Schmerz und im Gebet mit den Christen im Irak vereint.

    Der 65-jährige chaldäische Oberhirte von Mossul wurde am 29. Februar von Unbekannten verschleppt, drei seiner Begleiter wurden dabei getötet. Die Kidnapper hätten bereits am Mittwoch mitgeteilt, dass es dem Erzbischof sehr schlecht gehe, sagte Warduni laut SIR. Am Nachmittag sei ein Anruf mit der Todesnachricht eingegangen. Zugleich hätten die Entführer Hinweise auf den Ort der Bestattung gegeben. Das provisorische Grab wurde später von Jugendlichen entdeckt. Wie AsiaNews jedoch gestern meldete, sei der Erzbischof bereits mindestens fünf Tage tot gewesen. Dies habe am Donnerstag eine Autopsie im Krankenhaus von Mossul ergeben.