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    Düstere Prognosen für die Wirtschaft

    Berlin/Frankfurt am Main (DT/dpa) Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden nach Einschätzung von Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier noch jahrelang zu spüren sein. „Es wird viele Jahre Arbeit benötigen, um das Vertrauen der Menschen in dieses Wirtschaftssystem und seine Regeln wieder herzustellen“, sagte der Außenminister der „Financial Times“. Der Turbokapitalismus mit seiner Jagd nach schnellen Gewinnen sei gescheitert, so der Vizekanzler: „Der Turbokapitalismus der vergangenen Jahre ist tot, unwiederbringlich. Nun müssen wir für die Zukunft eine neue Ordnung schaffen.“ Dazu müsse es über das Krisenmanagement hinaus ein Programm geben, das die Fokussierung von Unternehmen und Investoren auf „kurzfristige Renditen“ beende. Die geplanten Beschränkungen bei der Vergütung von Managern reichten nicht aus. „Wir reden immer über Manager“, sagte Steinmeier. „Dabei vergessen wir aber oft, dass unter den Aktionären etwas sehr Ähnliches vor sich gegangen ist.“ Auch viele Aktionäre seien heute primär am kurzfristigen Erfolg interessiert. Steinmeier schlug deshalb vor, den Mindestzeitraum zu verlängern, während dessen Investoren ihre Aktien halten müssen, um die Kapitalertragsteuer zu umgehen.

    Berlin/Frankfurt am Main (DT/dpa) Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden nach Einschätzung von Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier noch jahrelang zu spüren sein. „Es wird viele Jahre Arbeit benötigen, um das Vertrauen der Menschen in dieses Wirtschaftssystem und seine Regeln wieder herzustellen“, sagte der Außenminister der „Financial Times“. Der Turbokapitalismus mit seiner Jagd nach schnellen Gewinnen sei gescheitert, so der Vizekanzler: „Der Turbokapitalismus der vergangenen Jahre ist tot, unwiederbringlich. Nun müssen wir für die Zukunft eine neue Ordnung schaffen.“ Dazu müsse es über das Krisenmanagement hinaus ein Programm geben, das die Fokussierung von Unternehmen und Investoren auf „kurzfristige Renditen“ beende. Die geplanten Beschränkungen bei der Vergütung von Managern reichten nicht aus. „Wir reden immer über Manager“, sagte Steinmeier. „Dabei vergessen wir aber oft, dass unter den Aktionären etwas sehr Ähnliches vor sich gegangen ist.“ Auch viele Aktionäre seien heute primär am kurzfristigen Erfolg interessiert. Steinmeier schlug deshalb vor, den Mindestzeitraum zu verlängern, während dessen Investoren ihre Aktien halten müssen, um die Kapitalertragsteuer zu umgehen.

    Der Absturz der deutschen Wirtschaft wird nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter in diesem Jahr noch drastischer ausfallen als von ihm zunächst befürchtet. Statt minus vier Prozent geht Walter nun von fünf Prozent Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus. Der „Bild“-Zeitung sagte Walter: „Die deutsche Wirtschaft wird nur dann 2009 um lediglich fünf Prozent schrumpfen, falls wir ab Sommer einen richtigen Aufschwung haben. Aber es ist nicht auszuschließen, dass dieser Aufschwung ausbleibt. Deshalb ist auch ein höheres Minus nicht mehr auszuschließen.“ Walter warf Unternehmen und Politikern vor, die Lage schönzureden. Er forderte ein global abgestimmtes Konjunkturprogramm – „am besten unter Führung von US-Präsident Obama“. Zwar befürchten auch andere Volkswirte in diesem Jahr den schwersten Konjunktureinbruch in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg, doch sind sie weniger pessimistisch: Zwischen minus zwei und minus drei Prozent bewegen sich derzeit viele Prognosen.

    Die deutsche Wirtschaft steckt derzeit in einer tiefen Rezession. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes schrumpfte das BIP im vierten Quartal 2008 um 2,1 Prozent. Das war der dritte Rückgang der Wirtschaftsleistung gegenüber einem Vorquartal in Folge und der größte seit der Wiedervereinigung. An diesem Mittwoch gibt das Amt detaillierte Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt.

    Die EU will im Kampf gegen die weltweite Finanzkrise eng zusammenarbeiten. Die Staats- und Regierungschefs wichtiger EU-Länder vereinbarten bei ihrem Treffen am Sonntag in Berlin konkrete Schritte für eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte. Dazu gehört eine lückenlose Aufsicht für spekulative Hedgefonds und Rating-Agenturen. Die Spitzenpolitiker sprachen sich auch dafür aus, Steueroasen auszutrocknen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, Ziel sei es, wieder Vertrauen in die Finanzmärkte herzustellen. Der Vorsitzende der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, forderte am Montag eine EU-weite Aufsicht für alle Finanzmärkte. „Nationale Aufsichtsstrukturen sind angesichts grenzüberschreitender Finanzdienstleistungsunternehmen nicht mehr zeitgemäß“, so Ferber.