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    Die Zukunft an Rhein und Ruhr

    In Nordrhein-Westfalen haben Sozialdemokraten und Grüne in dieser Woche mit den Koalitionsverhandlungen für die Bildung einer Minderheitenregierung begonnen. Dabei erzielten beide Seiten auf Anhieb in zwei Punkten Einigkeit. Erstens: Die von CDU und FDP zum Schuljahr 2007/08 eingeführten Kopfnoten, die im Jahr darauf gleich wieder von sechs auf drei reduziert wurden und mit denen Lehrer heute „Leistungsbereitschaft“, „Sorgfalt“ und „Sozialverhalten“ der Schüler bewerten sollen, sollen wieder abgeschafft werden. Das macht insofern nicht viel kaputt, als sich die Schulen der Vergabe von Kopfnoten ohnehin überwiegend verweigert hatten. So hat sich die Mehrzahl der Lehrerkollegien längst darauf verständigt, Kopfnoten pauschal zu vergeben. Wer nicht völlig negativ auffiel, bekam daher in sämtlichen Kopfnoten die „Standard-Note“ „gut“; an einzelnen Schulen auch ein „sehr gut“. Dass SPD und Grüne es dabei nicht belassen wollen, ist reine Symbolpolitik.

    In Nordrhein-Westfalen haben Sozialdemokraten und Grüne in dieser Woche mit den Koalitionsverhandlungen für die Bildung einer Minderheitenregierung begonnen. Dabei erzielten beide Seiten auf Anhieb in zwei Punkten Einigkeit. Erstens: Die von CDU und FDP zum Schuljahr 2007/08 eingeführten Kopfnoten, die im Jahr darauf gleich wieder von sechs auf drei reduziert wurden und mit denen Lehrer heute „Leistungsbereitschaft“, „Sorgfalt“ und „Sozialverhalten“ der Schüler bewerten sollen, sollen wieder abgeschafft werden. Das macht insofern nicht viel kaputt, als sich die Schulen der Vergabe von Kopfnoten ohnehin überwiegend verweigert hatten. So hat sich die Mehrzahl der Lehrerkollegien längst darauf verständigt, Kopfnoten pauschal zu vergeben. Wer nicht völlig negativ auffiel, bekam daher in sämtlichen Kopfnoten die „Standard-Note“ „gut“; an einzelnen Schulen auch ein „sehr gut“. Dass SPD und Grüne es dabei nicht belassen wollen, ist reine Symbolpolitik.

    Anders zu bewerten ist schon der zweite Punkt, auf den sich SPD und Grüne ebenfalls verständigt haben. Denn die geplante Abschaffung der Grundschulgutachten, aus denen die Eignung der Schüler für einen der weiterführenden Schultypen hervorgehen soll, würde im gegenwärtigen Schulsystem noch mehr Leid verursachen. Schon jetzt werden Schüler durchs Gymnasium „geprügelt“, weil es ihnen an den Voraussetzungen mangelt. Allerdings will die SPD das dreigliedrige Schulsystem ja abschaffen und durch die Einheitsschule ersetzen, die niemandem nützt und allen schadet. Ob das mit den Grünen zu machen sein wird, muss ebenso abgewartet werden, wie ob Rüttgers-Herausforderin Hannelore Kraft (SPD) tatsächlich zur Ministerpräsidentin gewählt wird. Erhält sie die nötigen Stimmen, sind auch die Tage von Jürgen Rüttgers (CDU) in NRW gezählt. Er hatte es in der Hand, an Rhein und Ruhr eine Große Koalition zu schmieden. Dafür hätte er freilich auf das Amt des Ministerpräsidenten verzichten müssen. Nun verliert er womöglich alles und – was viel wichtiger ist – das Land die Aussicht auf eine stabile Regierung und eine halbwegs geordnete Zukunft. reh