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    Die Situation in Gaza ist besorgniserregend

    Tel Aviv/Al-Arisch/Gaza (DT/dpa) Stunden nach der gewaltsamen Stürmung der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen hat Israel gestern die Führung in Kairo zu Gegenmaßnahmen aufgefordert. „Wir erwarten, dass Ägypten dieses Problem löst“, heißt es in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums. Ägypten sei dafür verantwortlich, dass die Grenzkontrollen entsprechend internationaler Abkommen verliefen. Militante Palästinenser hatten gestern morgen mindestens 17 Löcher in die Grenzanlagen gesprengt und danach weite Teile mit Bulldozern niedergerissen. Nach der gewaltsamen Öffnung der Grenze machten sich Zehntausende von Palästinensern auf dem Weg ins Nachbarland, um Lebensmittel zu kaufen oder den Gazastreifen zu verlassen.

    Tel Aviv/Al-Arisch/Gaza (DT/dpa) Stunden nach der gewaltsamen Stürmung der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen hat Israel gestern die Führung in Kairo zu Gegenmaßnahmen aufgefordert. „Wir erwarten, dass Ägypten dieses Problem löst“, heißt es in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums. Ägypten sei dafür verantwortlich, dass die Grenzkontrollen entsprechend internationaler Abkommen verliefen. Militante Palästinenser hatten gestern morgen mindestens 17 Löcher in die Grenzanlagen gesprengt und danach weite Teile mit Bulldozern niedergerissen. Nach der gewaltsamen Öffnung der Grenze machten sich Zehntausende von Palästinensern auf dem Weg ins Nachbarland, um Lebensmittel zu kaufen oder den Gazastreifen zu verlassen.

    Angesichts der seit sieben Monaten anhaltenden Sanktionen Israels haben nach Augenzeugenberichten viele Palästinenser in den Märkten und Geschäften der ägyptischen Städte Rafah und Al-Arisch große Mengen an Lebensmitteln eingekauft. Einige Palästinenser kehrten bereits mit Matratzen und Körben nach Gaza zurück. Andere kamen im Laufe des Tages mit Bussen und Lastwagen aus nördlicheren Teilen des Gazastreifens, um die Grenze zu passieren.

    Vor dem Niederreißen der Grenzanlage hatte Hamas das Nachbarland Ägypten aufgefordert, den Grenzübergang Rafah zu öffnen. Ägypten hatte den Grenzübergang Mitte Juni vergangenen Jahres geschlossen, nachdem Hamas die Macht im Gazastreifen übernommen hatte.

    Die ägyptischen Grenzwächter waren nicht in der Lage, dem Ansturm der Menschen standzuhalten. Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten wurden die Grenzsoldaten angewiesen, die Palästinenser gewähren zu lassen, um Blutvergießen zu vermeiden. Die Polizei habe aber die Stadt Al-Arisch abgeriegelt, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Sicherheitskräfte errichteten auf den Landstraßen der Sinai-Halbinsel Straßensperren um zu verhindern, dass die Palästinenser nach Kairo oder in andere Regionen Ägyptens weiterreisen. Präsident Husni Mubarak hatte am vergangenen Montag zusätzliche Grenzwächter nach Rafah geschickt und die israelische Regierung aufgefordert, ihre Blockade des Gazastreifens zu lockern.

    Ungeachtet der neuen Maßnahmen hatte Israel bereits nach Machtübernahme der Hamas Mitte Juni seine Sanktionen gegen die rund 1, 5 Millionen Palästinenser verschärft. Danach wird die Bevölkerung mit Reis, Zucker, Öl, Gemüse, Mehl, Milchprodukten sowie Gefrierfleisch versorgt. Andere Dinge wie Zigaretten oder Softdrinks sind rar und teuer geworden. Viele Palästinenser wollten in Ägypten aber auch nur Kleidung, Zahnbürsten und Hygieneartikel kaufen.

    Bereits am Dienstag hatten die Leiter der Palästina-Geberkonferenz Israel dazu aufgerufen, für den freien Personen- und Warenverkehr im Gazastreifen zu sorgen. Die Lage in Gaza sei besorgniserregend, erklärten die Organisatoren nach einem Treffen beim französischen Außenminister Bernard Kouchner am Dienstagabend in Paris. Die Palästinenserverwaltung müsse ihr Wirtschaftsprogramm schnell umsetzen, die Geldgeber müssten ihre Versprechen einlösen. Bisher seien 7, 7 Milliarden Dollar Hilfen für Palästina zugesagt worden, hieß es. An dem Treffen nahmen auch der Nahostgesandte Tony Blair, der norwegische Außenminister Jonas Gahr Stoere und die EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner teil.