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    Der Protest wird immer lauter

    Mit 3 000 Teilnehmern stellte die „Demo für alle“ am Sonntag in Stuttgart einen neuen Rekord auf. Für die Familie, sowie für den Schutz der Kinder vor Sexualisierung und Ideologisierung in der Schule gingen Menschen aller Altersgruppen auf die Straße. Sie waren trotz Bahnstreik und Ausfall aller S-Bahnverbindungen im Großraum Stuttgart so zahlreich, dass kurz vor Beginn der Kundgebung der Schillerplatz gut gefüllt war. Bereits ab 12 Uhr hatte die Polizei den Platz gesperrt, um Demonstranten und Gegendemonstranten zu trennen. Auch während der Kundgebung und der Demonstration wurde diese Trennung aufrecht erhalten. Die wenigen, aber aggressiv und laut auftretenden linken Gegendemonstranten waren für die Teilnehmer hörbar, aber meist unsichtbar. Zum Schutz der Demonstration war ein Aufgebot von 500 Einsatzkräften der Polizei erforderlich.

    Mit Kundgebung und Demonstrationszug machte die „Demo für alle“ auf die Gefahren des rot-grünen Bildungsplans in Baden-W... Foto: P. Winnemöller

    Mit 3 000 Teilnehmern stellte die „Demo für alle“ am Sonntag in Stuttgart einen neuen Rekord auf. Für die Familie, sowie für den Schutz der Kinder vor Sexualisierung und Ideologisierung in der Schule gingen Menschen aller Altersgruppen auf die Straße. Sie waren trotz Bahnstreik und Ausfall aller S-Bahnverbindungen im Großraum Stuttgart so zahlreich, dass kurz vor Beginn der Kundgebung der Schillerplatz gut gefüllt war. Bereits ab 12 Uhr hatte die Polizei den Platz gesperrt, um Demonstranten und Gegendemonstranten zu trennen. Auch während der Kundgebung und der Demonstration wurde diese Trennung aufrecht erhalten. Die wenigen, aber aggressiv und laut auftretenden linken Gegendemonstranten waren für die Teilnehmer hörbar, aber meist unsichtbar. Zum Schutz der Demonstration war ein Aufgebot von 500 Einsatzkräften der Polizei erforderlich.

    Bereits am Vorabend der Demonstration fand im Alten Schloss in Stuttgart ein „Forum Familie“ statt. Die 180 Teilnehmer bekamen Informationen rund um das Thema Gendermainstreaming und den Bildungsplan in Baden-Württemberg. Der Abend begann mit einem Impulsvortrag „Gender-Ideologie und Sexuelle Vielfalt“ von Professor Wolfgang Leisenberg. Der emeritierte Fachhochschullehrer und Ingenieur legte ausgehend von der Unterscheidung zwischen Akzeptanz und Toleranz dar, wie die Forderung nach Akzeptanz zur Dekonstruktion der persönlichen Identität junger Menschen führt. Sexualisierung von Kindern im Kindergartenalter führe zu Traumatisierungen und in der Folge zu Abkopplung von der Zuneigung der Eltern bis hin zur völligen Dekonstruktivierung der eigenen Identität. Dabei sei Gendermain-streaming ein Rückfall in vorwissenschaftliche Zeit, da nicht wissenschaftliche Belege sondern Überzeugungen, mithin Ideologien, zu Entscheidungen führten. Als Beispiel nannte er den Plan, das Schulfach Biologie in Baden-Württemberg abzuschaffen.

    Es folgte ein Podiumsgespräch mit Karin Maria Fenbert, Michaela Freifrau Heereman, Professorin Karla Etschenberg, Professor Wolfgang Leisenberg und Professor Wolfgang Tischner. Etschenberg, Professorin für Didaktik der Biologie und Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung, erläuterte den biologischen Hintergrund von Gendermainstreaming Sie sprach sich für eine altersangemessene Sexualaufklärung aus. Ferner forderte sie, insbesondere Jugendliche mit den pornografischen Bildern auf ihren Smartphones nicht alleine zu lassen. Von Heeremann betonte den Vorrang der Eltern in der Erziehung, auch in der Sexualerziehung. Wegen der Sprachlosigkeit der Eltern sei der Beitrag der Schule zwar wichtig, doch dürfe dieser nicht in ideologischer Weise erfolgen. Tischner, Erziehungswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Jungenpädagogik, kritisierte unter anderem eine Feminisierung der Lesekultur insbesondere in Grundschulen. Jungs erhielten, so Tischner, nicht mehr die Texte angeboten, die sie interessierten. Das Leseverhalten von Jungen und Mädchen sei sehr unterschiedlich. Das müsse berücksichtigt werden.

    Der Regierung sind die Jugendlichen egal

    Der Sonntag stand ganz im Zeichen der öffentlichen Demonstration für den Schutz der Kinder und der Familie. Hedwig Freifrau von Beverfoerde, Sprecherin des „Aktionsbündnisses Ehe und Familie vor – Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“, begrüßte bei strahlendem Sonnenschein die Teilnehmer der „Demo für alle“ auf dem Schillerplatz. „Wir nehmen nicht hin, dass der Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags vor wenigen Tagen eine Petition gegen den neuen Bildungsplan abgeschmettert hat, die 192 000 Menschen unterschrieben hatten“, sagte Von Beverfoerde. Die Geschäftsführerin von „Kirche in Not“ Deutschland, Karin Maria Fenbert, warnte vor den Gefahren der Gender-Ideologie und der politischen Agenda des Gendermainstreamings. Den Politikern der grün-roten Regierung von Baden-Württemberg seien die Wünsche der Jugendlichen egal, sagte Fenbert. Sie bezog sich dabei auf die Untersuchungsergebnisse der Shell-Jugendstudie, wonach sich die überwältigende Mehrheit der Jugendlichen für ihre Zukunft eine harmonische Familie wünscht. Der Bildungsplan 2015 der Stuttgarter Landesregierung sieht hingegen vor, dass die Schüler in Baden-Württemberg zur Akzeptanz sexueller Vielfalt erzogen werden sollen. Mit ihrer Bildungspolitik zerstörten die Landespolitiker die christlichen Wurzeln der Gesellschaft, sagte Fenbert weiter. Der Bildungsplan höhle die christliche Geschlechterlehre aus. Wenn Politiker das Familienbild von Vater, Mutter und Kindern ablehnen, würden sie damit auch gläubige Muslime und Juden vor den Kopf stoßen.

    Jérôme Brunet von La Manif Pour Tous aus Frankreich rief die Anwesenden zum Widerstand gegen alle Versuche der Dekonstruktion der Familie, der Abstammung und der sexuellen Komplementarität auf. Magda Czarnik von der polnischen Bewegung „Stoppt Sexualisierung unserer Kinder!“ berichtete von ihren Erfahrungen aus Polen. Es gibt dort ein Unterrichtsfach „Erziehung zum Familienleben“, das inzwischen von linken Ideologen stark angegriffen werde. Doch die positiven Effekte dieses Schulfaches seien unübersehbar. Es gelte, dieses Fach zu verteidigen. Engül Köhler von der Petitionsinitiative „Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ berichtete von der seiner Ansicht nach skandalösen Ablehnung der Petition durch den Petitionsausschuss des Landtages. Hier seien die Stimmen von 192 000 Bürgerinnen und Bürgern schlicht ignoriert worden. So werde Baden-Württemberg nicht zum Musterland der Bürgerbeteiligung, rief Köhler den versammelten Demonstranten zu.

    Weitere Reden und Grußworte sprachen Ilya Limberger, Erzpriester der Russisch Orthodoxen Kirche Stuttgart, Christoph Scharnweber vom EAK der CDU Heilbronn sowie Anna Schupeck und Markus Frohnmaier von der AfD Baden-Württemberg. Eine Stellungnahme des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Baden-Württembergischen Landtag, Peter Hauk, wurde von Karl-Christian Hausmann (CDU) verlesen. Hauk übte scharfe Kritik an Kultusminister Andreas Stoch. Der Kultusminister sei gut beraten, darauf zu achten, dass der Bildungsplan nicht dazu genutzt werden könne, den Schülerinnen und Schülern fremde Meinungen im Unterricht überzustülpen. „Einen Gesinnungslehrplan lehnen wir entschieden ab“, ließ der CDU-Politiker erklären. Er dankte den Demonstranten für ihren Einsatz und stellte fest, wie ideologisch aufgeladen die Stimmung sei, könne man daran erkennen, dass noch nie ein Polizeieinsatz wegen eines Bildungsplanes notwendig gewesen sei. Im Anschluss an die Kundgebung folgte ein Demonstrationszug zum Staatstheater. Wieder waren starke Polizeikräfte nötig, um gewalttätige Störung der Demonstration zu verhindern.

    Auch Michael König war zur Demonstration gekommen. Am Rande der Veranstaltung sagte er gegenüber „Kirche in Not“: „Ich bin aus Wien gekommen, weil ich es unerträglich finde, dass unsere Kinder in perverser Weise sexualisiert werden sollen, ohne auf ihr Alter, ihr Schamempfinden, auf das vorrangige Erziehungsrecht der Eltern und den mindesten Anstand Rücksicht zu nehmen.“ König, der selbst Vater von fünf Kindern ist, betonte, dass die Art, wie der Angriff auf die Kinder und die Familie durchgeführt werde und wie der schriftliche Protest von fast 200 000 Menschen im „Mülleimer der totalitären Gender-Ideologen“ landet, massiven Widerstand brauche.