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    Der Gastkommentar: Wichtige Wahl für das Lebensrecht

    Viele tausend Lebensrechtler werden heute wie jedes Jahr in Washington nahe beim Weißen Haus zusammenkommen. Der Präsident wird ein Frühstück für die Verantwortlichen geben und zu den Versammelten sprechen – gewöhnlich etwa 100 000. Diesmal werden mehr erwartet, denn zum 35. Mal jährt sich das Urteil „Roe gegen Wade“ des Obersten Gerichtshofs, das der Frau unter der US-Verfassung ein Recht auf Abtreibung gibt. Am selben Tag wurde entschieden, dass aus jedem Grund abgetrieben werden dürfe.

    Viele tausend Lebensrechtler werden heute wie jedes Jahr in Washington nahe beim Weißen Haus zusammenkommen. Der Präsident wird ein Frühstück für die Verantwortlichen geben und zu den Versammelten sprechen – gewöhnlich etwa 100 000. Diesmal werden mehr erwartet, denn zum 35. Mal jährt sich das Urteil „Roe gegen Wade“ des Obersten Gerichtshofs, das der Frau unter der US-Verfassung ein Recht auf Abtreibung gibt. Am selben Tag wurde entschieden, dass aus jedem Grund abgetrieben werden dürfe.

    Ich hoffe, die Europäer lesen den letzten Absatz noch einmal. Durch „Roe“ gibt es in Amerika ein unbeschränktes Recht auf Abtreibung. Der Schutz des Fötus und die Achtung vor dem Leben wurde durch die Gerichtshöfe beiseite geschoben. Sogar unverheiratete Mädchen unter 18 Jahren können ohne elterliche Zustimmung abtreiben. „Roe“ führte zum Marsch für das Leben. Das Wort „Abtreibung“ kommt nicht in unserer Verfassung vor. Der Gerichtshof stellte sie unter das Recht auf „Privatsphäre“, aber auch dieses Wort gibt es in unserer Verfassung nicht. Wie wenig „Roe“ an die Verfassung gebunden ist, wird durch eine spätere Entscheidung des Gerichtshofs deutlich: die Abtreibung sei nicht durch die „Privatsphäre“ gewährleistet, sondern durch die in der Verfassung verankerte „Freiheit“.

    Man will die Richter daran erinnern, dass die Schaffung von Gesetzen nicht ihre Aufgabe ist, sondern die des Staates und der gesetzgebenden Gewalten, besonders bei schwierigen sozialen Fragen wie der Abtreibung. Sie sollen die Gesetze auslegen. Bei „Roe“ verletzte der Gerichtshof diese Normen. Daher will die Lebensrechtsbewegung Richter, die keine liberalen Aktivisten sind. Die obersten Richter werden vom Präsidenten ernannt und vom Senat bestätigt. Unter Bush kamen zwei konservative Richter in den Obersten Gerichtshof, wo es jedoch fünf liberale Aktivisten gibt. „Roe“ wird nicht ohne einen fünften konservativen Richter außer Kraft gesetzt werden.

    Die diesjährigen Wahlen sind also sehr wichtig. Alle Kandidaten der Republikaner versprechen, konservative Richter an den Obersten Gerichtshof zu berufen, während alle Kandidaten der Demokraten sich zur Abtreibung bekennen. Die Demokratische Partei, die die Abtreibung befürwortet, kontrolliert den Senat. Daher ist die Wahl des Präsidenten die wichtigste seit „Roe“. Der Marsch soll zeigen, dass die Amerikaner eine Regierung wollen, die für das Leben ist.

    Von William L. Saunders