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    Der Gastkommentar: Kein gerechter Krieg im Irak

    Die katholische Soziallehre enthält Sozialgestaltungsempfehlungen von Tradition, welche an alle Staaten, Parteien und Interessensverbände gerichtet sind. Je nach ihrer Akzeptanz steht der eine oder andere Staat, die eine oder andere Partei oder der jeweilige Interessensverband dieser Soziallehre mehr oder weniger nahe. Wie das Zweite Vatikanische Konzil in der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ erklärte, hat keiner das Recht, die Bezeichnung des Christlichen alleine für sich gleichsam monopolisierend zu beanspruchen.

    Die katholische Soziallehre enthält Sozialgestaltungsempfehlungen von Tradition, welche an alle Staaten, Parteien und Interessensverbände gerichtet sind. Je nach ihrer Akzeptanz steht der eine oder andere Staat, die eine oder andere Partei oder der jeweilige Interessensverband dieser Soziallehre mehr oder weniger nahe. Wie das Zweite Vatikanische Konzil in der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ erklärte, hat keiner das Recht, die Bezeichnung des Christlichen alleine für sich gleichsam monopolisierend zu beanspruchen.

    In gleicher Weise dient es nicht der Glaubwürdigkeit, die Lehre der Kirche zur Rechtfertigung politischer Aktivitäten oder gar imperialer Interessen einseitig zu verwenden. Dies war beim Irak-Krieg der USA der Fall, zu dessen Rechtfertigung die Lehre des bellum iustum von Augustinus herangezogen wurde. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. haben diesen Krieg verurteilt. So erklärte Johannes Paul II. im Januar 2003: „Und was soll man über einen drohenden Krieg sagen, der über die Bevölkerung des Irak, des Landes der Propheten, hereinbrechen könnte, eine Bevölkerung, die schon von einem zwölf Jahre andauernden Embargo entkräftet ist? Der Krieg ist nie ein Mittel wie andere, das man zur Beilegung von Auseinandersetzungen zwischen Nationen einsetzen kann.“

    Benedikt XVI. hat schon 2003 als Kardinal vor der Invasion des Iraks die Auffassung zurückgewiesen, dass ein Präventivschlag nach katholischer Lehre gerechtfertigt werden könnte. Am Palmsonntag 2008 hat er einen dramatischen Friedensappell für das irakische Volk erlassen, das seit fünf Jahren unter den Folgen eines Krieges zu leiden hat, der das zivile und soziale Leben durcheinander gebracht hat. Kardinal Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates „Justitia et pax“, widersprach jüngst der Auffassung, Saddam Hussein habe keine Alternative zu einem militärischen Eingreifen gelassen. Der Vatikan habe „sichere Informationen“ besessen, nach denen der Irak zu einem Einlenken gegenüber der UNO bereit gewesen sei.

    Es ist bedauerlich, dass es heute den Christen im Irak viel schlechter geht als früher. Bei aller Kritik am Irak-Krieg sei aber nicht vergessen, was die USA in vielen Fällen auch außerhalb ihres Landes in der Welt zur Herstellung und Sicherung von Freiheit und Demokratie unter eigenen großen Opfern geleistet hat.

    Von Herbert Schambeck