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    Das lange Warten hat ein Ende

    Erfurt/Vatikanstadt (DT/KNA) Der Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr (57) wird Bischof des Bistums Erfurt. Seine Ernennung durch Papst Franziskus wurde am Freitag zeitgleich in Erfurt und im Vatikan offiziell bekannt gegeben. Er wird am 22. November im Erfurter Dom in das Amt eingeführt. Neymeyr folgt auf Joachim Wanke (73), der über 21 Jahre Erfurter Bischof war. Dessen Rücktrittsgesuch aus gesundheitlichen Gründen nahm Papst Benedikt XVI. vor zwei Jahren an. Seither leitet Weihbischof Reinhard Hauke das Bistum übergangsweise bis zum Amtsantritt des neuen Bischofs. In Erfurt verkündete Dompropst Gregor Arndt die Ernennung bei einem feierlichen Mittagsgebet in der Kathedrale. Vor mehreren hundert Besuchern im überfüllten Domchor äußerte er seine Freude, dass die im Vergleich zu anderen Diözesen ungewöhnlich lange Zeit, in der das Bistum Erfurt ohne Diözesanbischof war, nun beendet sei. Unter lang anhaltendem Applaus der Besucher sprach Arndt Weihbischof Hauke seinen „herzlichen Dank“ für die Bistumsleitung als Diözesanadministrator aus. Der Dompropst nannte auch die Gründe, die das Erfurter Domkapitel zur Wahl Neymeyrs bewogen. Er habe als Seelsorger das Leben der Pfarreien und Gemeinden kennengelernt, erklärte Arndt. Als promovierter Theologe und Subregens des Mainzer Priesterseminars habe Neymeyr zudem viele Jahre „nach Wegen zwischen Theologie und Pastoral gesucht“. Als Weihbischof an der Seite von Kardinal Karl Lehmann kenne er überdies „die Fangstricke von Strukturreformen“. Der Dompropst spielte damit auf die laufende Umstrukturierung des Bistums Erfurt an. Von 120 im Jahr 2005 wird die Zahl der Pfarreien durch Zusammenlegungen auf 32 im Jahr 2020 reduziert.

    Gilt als jugendverbunden: Der künftige Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr. Foto: KNA

    Erfurt/Vatikanstadt (DT/KNA) Der Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr (57) wird Bischof des Bistums Erfurt. Seine Ernennung durch Papst Franziskus wurde am Freitag zeitgleich in Erfurt und im Vatikan offiziell bekannt gegeben. Er wird am 22. November im Erfurter Dom in das Amt eingeführt. Neymeyr folgt auf Joachim Wanke (73), der über 21 Jahre Erfurter Bischof war. Dessen Rücktrittsgesuch aus gesundheitlichen Gründen nahm Papst Benedikt XVI. vor zwei Jahren an. Seither leitet Weihbischof Reinhard Hauke das Bistum übergangsweise bis zum Amtsantritt des neuen Bischofs. In Erfurt verkündete Dompropst Gregor Arndt die Ernennung bei einem feierlichen Mittagsgebet in der Kathedrale. Vor mehreren hundert Besuchern im überfüllten Domchor äußerte er seine Freude, dass die im Vergleich zu anderen Diözesen ungewöhnlich lange Zeit, in der das Bistum Erfurt ohne Diözesanbischof war, nun beendet sei. Unter lang anhaltendem Applaus der Besucher sprach Arndt Weihbischof Hauke seinen „herzlichen Dank“ für die Bistumsleitung als Diözesanadministrator aus. Der Dompropst nannte auch die Gründe, die das Erfurter Domkapitel zur Wahl Neymeyrs bewogen. Er habe als Seelsorger das Leben der Pfarreien und Gemeinden kennengelernt, erklärte Arndt. Als promovierter Theologe und Subregens des Mainzer Priesterseminars habe Neymeyr zudem viele Jahre „nach Wegen zwischen Theologie und Pastoral gesucht“. Als Weihbischof an der Seite von Kardinal Karl Lehmann kenne er überdies „die Fangstricke von Strukturreformen“. Der Dompropst spielte damit auf die laufende Umstrukturierung des Bistums Erfurt an. Von 120 im Jahr 2005 wird die Zahl der Pfarreien durch Zusammenlegungen auf 32 im Jahr 2020 reduziert.

    Der neue Erfurter Oberhirte wurde 1957 im rheinland-pfälzischen Worms als Sohn eines Diplom-Kaufmanns geboren. Nach dem Theologiestudium in Mainz weihte der Mainzer Kardinal Hermann Volk ihn 1982 zum Priester. Anschließend promovierte er über Kirchenlehrer in der Antike, bevor er als Subregens ans Mainzer Priesterseminar wechselte. Nach 1993 war er Pfarrer in Rüsselsheim und Worms, bevor Papst Johannes Paul II. ihn zum Weihbischof im Bistum Mainz ernannte. Als Bischofsvikar war Neymeyr im Bistum Mainz besonders für die Jugendseelsorge zuständig. In der Deutschen Bischofskonferenz gehört er der Jugendkommission und der Publizistischen Kommission an.

    Der Mainzer Kardinal Lehmann würdigte den künftigen Erfurter Oberhirten als einen in vielen Aufgaben bewährten Bischof. Als Weihbischof habe Neymeyr in über elf Jahren eine herausragend gute seelsorgliche Arbeit geleistet, nicht zuletzt auch in der Jugendpastoral, betonte der Kardinal am Freitag in Mainz. Das Bistum Mainz nehme gewiss nicht gerne Abschied von Neymeyr, so Lehmann. Man freue sich aber über die Anerkennung, die der Weihbischof durch seine Ernennung zum Erfurter Oberhirten gefunden habe. Neymeyr wurde vor etwas mehr als elf Jahren von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof des Bistums Mainz ernannt. Wenig später, an einem Ostermontag, wurde er im Dom zu Mainz von Diözesanbischof Kardinal Karl Lehmann zum Bischof geweiht und in sein Weihbischofsamt eingeführt. Seither war er auch Bischofsvikar für die Jugendseelsorge im Bistum Mainz. Der Mainzer Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) würdigte Neymeyr am Freitag als einen zugewandten und geschätzten Bischofsvikar. Ausdrücklich bedankte sich der BDKJ bei Neymeyr „für die vielen Jahre der wohlwollenden Wegbegleitung und nicht zuletzt für sein Engagement in der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz“.

    Auch der scheidende Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki gratuliert Weihbischof Neymeyr zu seiner Ernennung zum Bischof von Erfurt: Es sei ihm eine besondere Freude – gewissermaßen als letzte Amtshandlung als Erzbischof von Berlin – Weihbischof Neymeyr zu seiner Ernennung von Herzen zu gratulieren und ihn im Osten unseres Landes zu begrüßen, sagte Woelki am Freitag. „Herzlich gratuliere ich auch dem Bistum Erfurt, dass die lange Zeit der Vakanz beendet ist“, so Woelki weiter. „Christus suscepit nos – Christus hat uns angenommen“ laute der Wahlspruch von Bischof Neymeyr. „Ich habe keinen Zweifel, dass auch die Christen in der ostdeutschen Diaspora sowie im katholischen Eichsfeld ihren neuen Bischof mit offenen Armen annehmen werden“, meinte Woelki.

    Das katholische Bistum Erfurt erstreckt sich über den größten Teil Thüringens. Ihm gehören rund 152 000 Katholiken an, das sind knapp acht Prozent der Bevölkerung. Stark katholisch geprägt ist nur das Eichsfeld im Nordwesten des Landes. Der heilige Bonifatius gründete im Jahre 742 ein erstes Bistum Erfurt, das nur wenige Jahre bestand. Danach kam das Gebiet für mehr als ein Jahrtausend zum Erzbistum Mainz. Nach 1930 gehörte es zu den Diözesen Fulda und Würzburg, deren Bischöfe durch die deutsche Teilung ihre Amtsvollmachten jedoch immer weniger ausüben konnten.

    Deshalb wurde 1973 von Papst Paul VI. ein Apostolischer Administrator für das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen eingesetzt, der direkt dem Vatikan unterstellt war. Seit 1981 hatte Bischof Joachim Wanke dieses Amt inne. 1994 wurde er dann erster Bischof des Bistums Erfurt, das im selben Jahr im Rahmen der Neuorganisation der katholischen Kirche nach dem Ende der DDR wieder gegründet wurde. 1997 schlossen der Heilige Stuhl und der Freistaat Thüringen einen Vertrag. Er regelt das Verhältnis von Staat und katholischer Kirche in dem Bundesland.