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    „Das Schlimmste steht uns noch bevor“

    Tel Aviv/Berlin (DT/dpa) Die israelische Luftwaffe hat am Montag am dritten Tag in Folge mit unverminderter Härte Angriffe auf Ziele der radikalislamischen Hamas-Organisation im Gazastreifen geflogen. Die Zahl der Toten sei seit Beginn der Operation „Gegossenes Blei“ am Samstag auf 313 gestiegen, teilte die palästinensische Gesundheitsbehörde mit. Etwa 1 400 Menschen seien verletzt worden. Nach Augenzeugenberichten wurden am Montag bei einem Luftangriff in Dschebalia fünf Töchter einer Familie getötet. Israel will mit der Operation den ständigen Raketenbeschuss seiner Grenzorte aus dem Gazastreifen unterbinden. Am Rande des Gazastreifens befanden sich nach Medienberichten unterdessen auch zahlreiche Bodentruppen.

    Tel Aviv/Berlin (DT/dpa) Die israelische Luftwaffe hat am Montag am dritten Tag in Folge mit unverminderter Härte Angriffe auf Ziele der radikalislamischen Hamas-Organisation im Gazastreifen geflogen. Die Zahl der Toten sei seit Beginn der Operation „Gegossenes Blei“ am Samstag auf 313 gestiegen, teilte die palästinensische Gesundheitsbehörde mit. Etwa 1 400 Menschen seien verletzt worden. Nach Augenzeugenberichten wurden am Montag bei einem Luftangriff in Dschebalia fünf Töchter einer Familie getötet. Israel will mit der Operation den ständigen Raketenbeschuss seiner Grenzorte aus dem Gazastreifen unterbinden. Am Rande des Gazastreifens befanden sich nach Medienberichten unterdessen auch zahlreiche Bodentruppen.

    Seit den frühen Morgenstunden flog die Luftwaffe Dutzende von Angriffen auf Hamas-Ziele, wie ein Armeesprecher mitteilte. Auch das Büro des ehemaligen Ministerpräsidenten Ismail Hanija sei bombardiert worden. Zudem habe die Marine von der See aus Hamas-Stellungen im Küstenbereich und weiter im Landesinneren beschossen. Andere Ziele seien Waffenfabriken und Schmugglertunnel entlang der Grenze zu Ägypten. Auch ein Gebäude der Islamischen Universität und ein Gästehaus der Hamas wurden angegriffen. Seit Beginn der Operation am Samstag seien 300 Ziele getroffen worden. Auch am Montag setzten militante Palästinenser im Gazastreifen ihre Raketenangriffe auf Israel fort. In der Küstenstadt Aschkelon wurde ein israelischer Araber getötet, als eine Grad-Rakete auf einer Baustelle ein Gebäude traf. 14 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Es war der zweite Tote in Israel seit Beginn der Offensive. Die israelische Armee erklärte das Grenzgebiet am Rande des Gazastreifens zur militärischen Sperrzone. Die israelische Außenministerin Zipi Livni sagte angesichts des Raketenangriffs in Aschkelon bei einer Sondersitzung im israelischen Parlament, Hamas unterscheide nicht zwischen Juden und Arabern. Israels Vize-Generalstabschef Dan Harel betonte am Montag: Das Schlimmste stehe noch bevor. Nach Angaben des israelischen Online-Nachrichtendienstes „ynet“ sagte Harel bei einem Treffen mit Bürgermeistern in Kiriat Gat im Süden Israels: „Wir befinden uns erst am Anfang des Kampfes, dies kann man nicht mit einem Schlag lösen. Das Schlimmste ist noch nicht ausgestanden, es steht uns noch bevor, und darauf müssen wir uns vorbereiten.“ Der gegenwärtige Einsatz im Gazastreifen sei „anders als vorherige Operationen“, sagte Harel. Israel habe sich ein „hohes Ziel gesetzt“ und wolle es auch erreichen.

    Bundeskanzlerin Merkel (CDU) gab der radikal-islamischen Hamas die alleinige Schuld an der Eskalation im Nahen Osten. Bei einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert am Sonntagabend seien sich Merkel und Olmert einig darin gewesen, dass die Verantwortung für die jüngste Entwicklung „eindeutig und ausschließlich“ bei der Hamas liege, teilte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Montag in Berlin mit.

    Führende UN-Menschenrechtsvertreter kritisierten die israelischen Luftangriffe als unverhältnismäßig. Die Luftangriffe hätten nicht nur jede Polizeistation und jede Sicherheitseinrichtung der gewählten Regierung im Gazastreifen zerstört, sondern auch viele Zivilisten getötet, heißt es in einer Erklärung des UN-Sonderberichterstatters über die Menschenrechtslage in den Palästinensergebieten, Richard Falk, vom Montag. (Siehe auch Seite 2 und Seite 8)