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    Chile: Abtreibungsgesetz unterzeichnet

    Santiago de Chile (DT/KNA) In Chile hat Präsidentin Michelle Bachelet am Donnerstag das umstrittene Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen unterzeichnet. „Heute unterschreiben wir endlich das Gesetz, das das Recht jeder Frau (zur Entscheidung) über ihren Körper und über ihre Schwangerschaft in drei ausgesprochen präzisen und menschlich schwierigen Fällen verankert“, sagte Bachelet laut „La Tercera“ (Donnerstag Ortszeit). Chile sei ohne Zweifel nun ein besseres Land. Zu der Unterzeichnung waren zahlreiche Vertreterinnen von Frauenbewegungen in den Präsidentenpalast gekommen.

    Bachelet erlässt Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen
    Staatspräsidentin Bachelet zeigt Anhängern das neue Abtreibungsgesetz. Foto: dpa

    Santiago de Chile (DT/KNA) In Chile hat Präsidentin Michelle Bachelet am Donnerstag das umstrittene Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen unterzeichnet. „Heute unterschreiben wir endlich das Gesetz, das das Recht jeder Frau (zur Entscheidung) über ihren Körper und über ihre Schwangerschaft in drei ausgesprochen präzisen und menschlich schwierigen Fällen verankert“, sagte Bachelet laut „La Tercera“ (Donnerstag Ortszeit). Chile sei ohne Zweifel nun ein besseres Land. Zu der Unterzeichnung waren zahlreiche Vertreterinnen von Frauenbewegungen in den Präsidentenpalast gekommen.

    Das neue Gesetz tritt Mitte Dezember in Kraft. Zuvor hatte es in Chile eine monatelange innenpolitische Auseinandersetzung über das Thema gegeben. Das Verfassungsgericht stimmte jüngst mit sechs zu vier Richterstimmen gegen zwei Klagen, die versucht hatten, das Gesetz in letzter Minute zu stoppen. Damit ist eine Abtreibung in Chile künftig in drei Fällen legal: bei einer unheilbaren tödlichen Erkrankung des Fötus, nach einer Vergewaltigung sowie bei Lebensgefahr für die Mutter. Die katholische Kirche kritisierte die neue Regelung wiederholt. Die Gesellschaft als Ganze werde verlieren, hieß es in einer Stellungnahme der Chilenischen Bischofskonferenz. Human Rights Watch sprach dagegen von einem „Meilenstein für die Menschenrechte in Chile“. Bachelet hatte sich im Wahlkampf für eine entsprechende Neuregelung stark gemacht. Nachdem der Senat und die Abgeordnetenkammer ihre Zustimmung gegeben hatten, fehlte nur noch Bachelets Unterschrift unter dem Gesetz.

    Bislang waren in Chile Abtreibungen gänzlich verboten. Ein Gesetz, das schon einmal Ausnahmen zuließ, wurde 1989 in den letzten Monaten der Militärdiktatur abgeschafft. Seitdem stehen auf Schwangerschaftsabbruch Haftstrafen. Laut UN-Schätzungen werden in Chile jährlich zwischen 60 000 und 70 000 illegale Abtreibungen vorgenommen. Nach Angaben von Amnesty International sind Abtreibungen in Lateinamerika noch in Honduras, Haiti, Nicaragua, El Salvador, der Dominikanischen Republik und Surinam verboten.