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    Brüssel betont das Europa der Werte

    Brüssel (DT) Um Werte, Solidarität und Gerechtigkeit ging es am Dienstag in Brüssel bei einem ranghohen Treffen der EU-Institutionen mit Vertretern von Kirchen und Religionsgemeinschaften in Europa. Diese Begegnung, die im EU-Vertrag von Lissabon verankert ist, fand zum 13. Mal statt. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, meinte in einer Pressekonferenz, dieser Dialog sei nicht nur Pflichtübung, sondern habe in den vergangenen Jahren zu konkreten Schritten geführt. Diskutiert worden sei, „wie man die europäischen Werte, auf denen die EU aufgebaut ist, durch politische Maßnahmen konkretisieren kann“. Themen der Begegnung seien etwa Bildung, soziale Maßnahmen und die Verantwortung für die Zukunft des Planeten gewesen. Beim europäischen Projekt gehe es um Werte, so Timmermans: „Währung und Markt sind zwar wichtige Instrumente, aber nur Instrumente.“ Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Mairead McGuinness, verwies auf Papst Franziskus, der daran erinnert habe, „dass Europa mehr ist als Statistik und Wachstum“, dass nämlich die Menschen im Mittelpunkt stehen müssen.

    Brüssel (DT) Um Werte, Solidarität und Gerechtigkeit ging es am Dienstag in Brüssel bei einem ranghohen Treffen der EU-Institutionen mit Vertretern von Kirchen und Religionsgemeinschaften in Europa. Diese Begegnung, die im EU-Vertrag von Lissabon verankert ist, fand zum 13. Mal statt. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, meinte in einer Pressekonferenz, dieser Dialog sei nicht nur Pflichtübung, sondern habe in den vergangenen Jahren zu konkreten Schritten geführt. Diskutiert worden sei, „wie man die europäischen Werte, auf denen die EU aufgebaut ist, durch politische Maßnahmen konkretisieren kann“. Themen der Begegnung seien etwa Bildung, soziale Maßnahmen und die Verantwortung für die Zukunft des Planeten gewesen. Beim europäischen Projekt gehe es um Werte, so Timmermans: „Währung und Markt sind zwar wichtige Instrumente, aber nur Instrumente.“ Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Mairead McGuinness, verwies auf Papst Franziskus, der daran erinnert habe, „dass Europa mehr ist als Statistik und Wachstum“, dass nämlich die Menschen im Mittelpunkt stehen müssen.

    Albert Guigui, der Oberrabbiner von Brüssel, kritisierte vor der Presse, dass der Antisemitismus in Europa auf dem Vormarsch sei, dankte jedoch zugleich der EU für ihren Einsatz dagegen. So könnten nun antisemitische Hassreden im Internet gelöscht werden. Er forderte, zwischen Assimilation und Integration zu unterscheiden: „Die Zukunft Europas liegt nicht in der Assimilation, sondern in der Integration." Europa müsse es schaffen, alle Bürger unter Achtung ihrer Identität wie unter Wahrung des Rechts zu integrieren.

    Der Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Hollerich, sagte, die Vertreter der Religionen seien nicht Interessensvertreter ihrer Religion, sondern wollten einen Beitrag für den Aufbau Europas leisten. Der katholische Bischof Noel Treanor aus Belfast meinte, es gehe um die glaubwürdige Fortsetzung des europäischen Aufbauwerks. Das prophetische Element aller Religionen bestehe darin, Brücken zu schlagen.

    Europa als Abenteuer der Universalität

    Der slowakische Christdemokrat Ján Figel meinte als Sonderbeauftragter der EU-Kommission für die Religionsfreiheit, man müsse für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen. Er habe die Hälfte seines Lebens in einem kommunistischen Land leben müssen. Deshalb sehe er die Erweiterung der EU als größte Erfolgsgeschichte Europas und als Antwort auf die Tragödien des 20. Jahrhunderts. Irmgard Schwaetzer, die Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, sagte: „Religionen haben auch eine Verantwortung für das Gelingen des Friedensprojektes Europa.“ Es brauche etwa ein gemeinsames Verständnis der Rechtsstaatlichkeit.

    Imam Tareq Oubrou, der Großimam von Bordeaux, verwies darauf, dass die in Europa lebenden Muslime ethnisch und kulturell unterschiedlich sind. Europa sei ein Raum der Universalität und der Säkularität. Die unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften würden von einem gemeinsamen Recht erfasst und müssten lernen, zusammenzuleben in Gesellschaften, die von Pluralität geprägt sind. Das sei für den Islam, der die Erfahrung der säkularisierten Gesellschaft bisher kaum habe, eine Herausforderung. „Da wird die Zeit ihren Beitrag leisten, aber derzeit sehen wir Gewalt auf verschiedenen Seiten.“ Für ihn als Franzose, Europäer und Muslim sei „Europa ein Abenteuer der Universalität“.

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