• aktualisiert:

    Britischer Attentäter: Verbindung zu Neonazis?

    London (DT/dpa) Der mutmaßliche Mörder der britischen Abgeordneten Jo Cox hatte laut Presseberichten Verbindungen zu einer Neonazi-Organisation in den USA. Er sei längere Zeit Unterstützer der Gruppe Nationale Allianz gewesen, schreibt die „Washington Post“ unter Berufung auf das Southern Poverty Law Center. 1999 habe er sich ein Handbuch bestellt, in dem auch eine Gebrauchsanweisung zum Bau einer Pistole enthalten gewesen sei.

    London (DT/dpa) Der mutmaßliche Mörder der britischen Abgeordneten Jo Cox hatte laut Presseberichten Verbindungen zu einer Neonazi-Organisation in den USA. Er sei längere Zeit Unterstützer der Gruppe Nationale Allianz gewesen, schreibt die „Washington Post“ unter Berufung auf das Southern Poverty Law Center. 1999 habe er sich ein Handbuch bestellt, in dem auch eine Gebrauchsanweisung zum Bau einer Pistole enthalten gewesen sei.

    Dagegen äußerte sich die britische Polizei einen Tag nach dem Verbrechen nicht zu einem möglichen Hintergrund. Der 52 Jahre alte, aus Schottland stammende Tatverdächtige werde weiter verhört, hieß es am Freitag. Die britische Zeitung „Daily Telegraph“ berichtete zudem, der 52-Jährige habe früher eine Zeitung abonniert, die von einer südafrikanischen Pro-Apartheid-Organisation herausgegeben worden sei.

    Brüder des mutmaßlichen Attentäters äußerten allerdings Zweifel an einer politischen Motivation hinter dem Verbrechen. Die Zeitung „The Telegraph“ zitierte einen Bruder des 52-Jährigen in ihrer Online-Ausgabe mit den Worten, sein Bruder habe eine „Geschichte psychischer Krankheiten, allerdings hatte er Hilfe gehabt“. Er fügte hinzu: „Mein Bruder ist nicht gewalttätig und ist überhaupt nicht politisch.“

    Die 41-jährige Labour-Abgeordnete war am Donnerstag in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire auf offener Straße niedergestochen und niedergeschossen worden. Sie starb Stunden später im Krankenhaus. Politiker aller Parteien äußerten sich schockiert. Britische Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, der Täter habe „Britain first“ gerufen.