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    Blutige Unruhen in Kirgistan

    Moskau (DT/dpa) Bei den blutigen Unruhen im Süden der zentralasiatischen Republik Kirgistan sind nach Angaben der usbekischen Minderheit angeblich 700 Menschen getötet worden. Das meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Montag nach Angaben eines hochrangigen Vertreters der Volksgruppe. Diese Zahlen bezögen sich allein auf Dschalal-Abad und nicht auf das Zentrum der Unruhen in Osch. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Die Körper seien in einer Moschee von Dschalal-Abad aufgebahrt, teilte der usbekische Vertreter weiter mit. Das Rote Kreuz hatte zuvor berichtet, dass viele Leichen ohne vorherige Identifizierung begraben würden. Die Usbeken hatten bereits in den vergangenen Tagen von 520 Toten gesprochen. Beobachter mahnten aber zur Vorsicht mit den Zahlen. Allerdings berichteten auch kirgisische Funktionäre, dass bei den Brandschatzungen viele Menschen in ihren Häusern verbrannt seien. Nach Angaben unabhängiger Beobachter waren viele Usbeken „regelrecht abgeschlachtet“ und hinterrücks erschossen worden. Es wird in Kirgistan erwartet, dass Moskau zur Beendigung des ethnischen Konflikts Friedenssoldaten in den Süden schickt. Das war zuletzt vor 20 Jahren der Fall, als es ähnliche Zusammenstöße gegeben hatte und damals noch sowjetische Truppen für Ruhe sorgen sollten. Die Ex-Sowjetrepublik Kirgistan droht zwei Monate nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew in einem blutigen Chaos zu versinken. Bei den USA, die im Norden auch eine Militärbasis zur Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan unterhalten, habe die Regierung noch nicht um Hilfe nachgesucht, hieß es in der Hauptstadt. Kirgistan kommt seit dem Sturz des kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew Anfang April nicht mehr zur Ruhe. Die Interimsregierung vermutet Bakijews Familienclan hinter den Krawallen. Bakijew hatte die Vorwürfe in seinem weißrussischen Exil zurückgewiesen. Wegen des Volksaufstandes im April sind er und einige seiner Angehörigen wegen Massenmordes international zur Fahndung ausgeschrieben.

    Moskau (DT/dpa) Bei den blutigen Unruhen im Süden der zentralasiatischen Republik Kirgistan sind nach Angaben der usbekischen Minderheit angeblich 700 Menschen getötet worden. Das meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Montag nach Angaben eines hochrangigen Vertreters der Volksgruppe. Diese Zahlen bezögen sich allein auf Dschalal-Abad und nicht auf das Zentrum der Unruhen in Osch. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht. Die Körper seien in einer Moschee von Dschalal-Abad aufgebahrt, teilte der usbekische Vertreter weiter mit. Das Rote Kreuz hatte zuvor berichtet, dass viele Leichen ohne vorherige Identifizierung begraben würden. Die Usbeken hatten bereits in den vergangenen Tagen von 520 Toten gesprochen. Beobachter mahnten aber zur Vorsicht mit den Zahlen. Allerdings berichteten auch kirgisische Funktionäre, dass bei den Brandschatzungen viele Menschen in ihren Häusern verbrannt seien. Nach Angaben unabhängiger Beobachter waren viele Usbeken „regelrecht abgeschlachtet“ und hinterrücks erschossen worden. Es wird in Kirgistan erwartet, dass Moskau zur Beendigung des ethnischen Konflikts Friedenssoldaten in den Süden schickt. Das war zuletzt vor 20 Jahren der Fall, als es ähnliche Zusammenstöße gegeben hatte und damals noch sowjetische Truppen für Ruhe sorgen sollten. Die Ex-Sowjetrepublik Kirgistan droht zwei Monate nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew in einem blutigen Chaos zu versinken. Bei den USA, die im Norden auch eine Militärbasis zur Versorgung ihrer Truppen in Afghanistan unterhalten, habe die Regierung noch nicht um Hilfe nachgesucht, hieß es in der Hauptstadt. Kirgistan kommt seit dem Sturz des kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew Anfang April nicht mehr zur Ruhe. Die Interimsregierung vermutet Bakijews Familienclan hinter den Krawallen. Bakijew hatte die Vorwürfe in seinem weißrussischen Exil zurückgewiesen. Wegen des Volksaufstandes im April sind er und einige seiner Angehörigen wegen Massenmordes international zur Fahndung ausgeschrieben.