• aktualisiert:

    Bischofsweihe in Linz abgesagt

    Wien/Linz (sb) Angesichts vieler Proteste und Widerstände gegen seine Person hat der vor zwei Wochen zum Weihbischof für die Diözese Linz ernannte Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, am Sonntagabend den Papst gebeten, seine Ernennung zurückzunehmen. Wagner schrieb, er habe diese Entscheidung „im Gebet und nach Rücksprache mit dem Diözesanbischof“ getroffen. Nach Informationen dieser Zeitung hatte der Bischof von Linz, Ludwig Schwarz, wegen vielfältiger Kritik und Drohungen den ernannten Weihbischof darum am Freitag gebeten. Die Wiener Nuntiatur wurde von den Vorgängen am Sonntagabend völlig überrascht. Der kirchlichen Nachrichtenagentur Kathpress sagte Bischof Schwarz, Wagners Rücktritt sei „im Interesse und zum Wohl der Diözese Linz“ erfolgt. Die Darstellung von Kathpress, dass der Heilige Stuhl dem Rücktrittsgesuch Wagners bereits entsprochen habe, ließ sich am Montag nicht verifizieren. Unterdessen tagte am Montag im Wiener Erzbischöflichen Palais eine Krisensitzung der österreichischen Diözesanbischöfe, die bei Redaktionsschluss noch andauerte.

    Wien/Linz (sb) Angesichts vieler Proteste und Widerstände gegen seine Person hat der vor zwei Wochen zum Weihbischof für die Diözese Linz ernannte Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, am Sonntagabend den Papst gebeten, seine Ernennung zurückzunehmen. Wagner schrieb, er habe diese Entscheidung „im Gebet und nach Rücksprache mit dem Diözesanbischof“ getroffen. Nach Informationen dieser Zeitung hatte der Bischof von Linz, Ludwig Schwarz, wegen vielfältiger Kritik und Drohungen den ernannten Weihbischof darum am Freitag gebeten. Die Wiener Nuntiatur wurde von den Vorgängen am Sonntagabend völlig überrascht. Der kirchlichen Nachrichtenagentur Kathpress sagte Bischof Schwarz, Wagners Rücktritt sei „im Interesse und zum Wohl der Diözese Linz“ erfolgt. Die Darstellung von Kathpress, dass der Heilige Stuhl dem Rücktrittsgesuch Wagners bereits entsprochen habe, ließ sich am Montag nicht verifizieren. Unterdessen tagte am Montag im Wiener Erzbischöflichen Palais eine Krisensitzung der österreichischen Diözesanbischöfe, die bei Redaktionsschluss noch andauerte.

    Erfreut über den Rückzug Wagners zeigte sich der Verein „Wir sind Kirche“ und die „Homosexuelle Initiative Linz“ (HOSI). Weil eine Äußerung Wagners eine Kontroverse über die Heilbarkeit von Homosexuellen ausgelöst hatte, erklärte die HOSI am Montag, sie werde sich weiterhin „nicht scheuen, die direkte Konfrontation mit den verunglimpfenden Personen, ob innerhalb oder außerhalb der Kirche, aufzunehmen“. Man werde aber „keine Religionsgemeinschaft per se angreifen, zumal es auch gläubige Lesben, Schwule und Transgenderpersonen gibt“. Zuletzt hatten sich 31 der 35 Linzer Dechanten gegen eine Bischofsweihe Wagners ausgesprochen. Mehrere Laien und Priester wollten die für 22. März geplante Weihe mit einem „Volksbegehren“ verhindern. Gerhard Maria Wagner kündigte am Montag an, Pfarrer von Windischgarsten zu bleiben. Im Rundfunk meinte er: „Es gibt viele, die über meine Entscheidung glücklich sind, aber auch viele, die darüber nicht glücklich sind.“