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    Bestürzung über Israels Militäraktion

    Tel Aviv (DT/dpa) Bei der gewaltsamen Stürmung der internationalen Gaza-„Solidaritätsflotte“ haben israelische Elitesoldaten mehr als zehn Aktivisten getötet. Dies bestätigte der höchste israelische Armeesprecher Avi Benajahu. Vier israelische Soldaten seien verletzt worden, davon einer schwer. Nach unbestätigten Berichten sollen bei dem Militäreinsatz in internationalen Gewässern im Mittelmeer sogar bis zu 16 der 570 pro-palästinensischen Aktivisten an Bord des türkischen Passagierschiffes „Marmara“ getötet worden sein. Nach Darstellung der israelischen Armee waren gewaltbereite Aktivisten für den blutigen Zwischenfall verantwortlich. Sie hätten Soldaten mit Schusswaffen, Messern und Schlagstöcken angegriffen. Die Organisation „Free Gaza“ bestritt, dass Aktivisten auf Soldaten geschossen und die Gewalt ausgelöst hätten.

    Tel Aviv (DT/dpa) Bei der gewaltsamen Stürmung der internationalen Gaza-„Solidaritätsflotte“ haben israelische Elitesoldaten mehr als zehn Aktivisten getötet. Dies bestätigte der höchste israelische Armeesprecher Avi Benajahu. Vier israelische Soldaten seien verletzt worden, davon einer schwer. Nach unbestätigten Berichten sollen bei dem Militäreinsatz in internationalen Gewässern im Mittelmeer sogar bis zu 16 der 570 pro-palästinensischen Aktivisten an Bord des türkischen Passagierschiffes „Marmara“ getötet worden sein. Nach Darstellung der israelischen Armee waren gewaltbereite Aktivisten für den blutigen Zwischenfall verantwortlich. Sie hätten Soldaten mit Schusswaffen, Messern und Schlagstöcken angegriffen. Die Organisation „Free Gaza“ bestritt, dass Aktivisten auf Soldaten geschossen und die Gewalt ausgelöst hätten.

    Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat den israelischen Militäreinsatz gegen die „Solidaritätsflotte“ verurteilt. „Sie bedauert den Verlust von Menschenleben als Folge der israelischen Militäroperation“, sagte ein Sprecher Ashtons. Die Vertreter der 27 EU-Regierungen wurden am Montag zu einer Sondersitzung in Brüssel einberufen, um das weitere Vorgehen der EU zu beraten. Die Politik der Abschottung des Gazastreifens sei nach Ansicht Ashtons „inakzeptabel und politisch kontraproduktiv“. Der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, sprach von einem „klaren und inakzeptablen Bruch des internationalen Rechts“ durch Israel. Bei der israelischen Militäraktion habe es sich um „einen grundlosen Angriff“ gehandelt.

    In der Türkei trafen sich Minister und Militärchefs zu einer Dringlichkeitssitzung. Das türkische Außenministerium verurteilte den israelischen Einsatz und warf Israel vor, internationales Recht gebrochen zu haben. In Ankara und einigen anderen Hauptstädten wurde der israelische Botschafter einberufen. Der türkische Botschafter wurde aus Israel abberufen. Außerdem annulliere die Türkei drei Militärabkommen mit Israel, sagte Vizeministerpräsident Bülent Arinc in Ankara. „Wir werden alle Möglichkeiten des internationalen Rechts nutzen, Israel zur Verantwortung zu ziehen“, sagte Arinc. Israel habe Zivilisten angegriffen und vor den Augen der ganzen Welt unmenschlich gehandelt. Die israelische Marine habe sich in internationalen Gewässern wie Piraten verhalten. Die griechische Regierung brach umfangreiche Luftwaffenmanöver mit Israel in der Ägäis ab.

    Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem „Massaker“ und „abscheulichen Verbrechen“. Die mehr als 700 pro-palästinensischen Aktivisten der „Gaza-Flotte“ wollten rund 10 000 Tonnen Hilfsgüter trotz einer von Israel verhängten Seeblockade in den Gazastreifen bringen. Die israelische Regierung hatte im Vorfeld angekündigt, dies mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak machte die Organisatoren der Gaza-Hilfsaktion für den blutigen Zwischenfall im Mittelmeer verantwortlich.

    Russland hat den israelischen Militäreinsatz kritisiert. „Es war eine humanitäre und keine politische Aktion, und daher gibt es keine Rechtfertigung für den Gebrauch militärischer Gewalt gegen die Teilnehmer“, sagte der Chef des außenpolitischen Ausschusses der Staatsduma, Konstantin Kossatschow, am Montag. Er verlangte ein sofortiges Treffen des sogenannten Nahost-Quartetts aus UN, EU, Russland und den USA. Die deutsche Regierung hat sich „bestürzt“ über die israelische Aktion geäußert.