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    Becks Geschichtsvergessenheit

    Ach, es reicht doch, wenn wir sagen, wir wollen auf Bundesebene nichts mit der Linkspartei zu tun haben, da braucht's keinen förmlichen Beschluss – denkt sich Kurt Beck, der SPD-Vorsitzende. Denn was können die Genossen schon dafür, wenn Mitglieder der Linkspartei beispielsweise zur Überzeugung gelangen, bei der kommenden Wahl des Bundespräsidenten Gesine Schwan die Stimme zu geben. Dafür sei er ja nicht verantwortlich zu machen, beschwichtigt Beck. Das bedeute auch keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit, sondern sei höchstens ein unerheblicher politischer Kollateralschaden auf dem Weg zurück zur sozialen Gerechtigkeit, wie er in einer Demokratie nicht ausgeschlossen ist, zwinkert der kommende Riesenstaatsmann mit den Augen.

    Ach, es reicht doch, wenn wir sagen, wir wollen auf Bundesebene nichts mit der Linkspartei zu tun haben, da braucht's keinen förmlichen Beschluss – denkt sich Kurt Beck, der SPD-Vorsitzende. Denn was können die Genossen schon dafür, wenn Mitglieder der Linkspartei beispielsweise zur Überzeugung gelangen, bei der kommenden Wahl des Bundespräsidenten Gesine Schwan die Stimme zu geben. Dafür sei er ja nicht verantwortlich zu machen, beschwichtigt Beck. Das bedeute auch keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit, sondern sei höchstens ein unerheblicher politischer Kollateralschaden auf dem Weg zurück zur sozialen Gerechtigkeit, wie er in einer Demokratie nicht ausgeschlossen ist, zwinkert der kommende Riesenstaatsmann mit den Augen.

    Ist es aber nicht. Wie gefährlich das für die SPD und die Demokratie ist, zeigt der Fall Gregor Gysi. Marianne Birthler, Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, bekräftigte jetzt, dass der heutige Bundestags-Fraktionsvorsitzende der Linken in der ehemaligen „DDR“ als Rechtsanwalt über seinen Mandanten und Regimegegner Robert Havemann der Stasi berichtet hatte – und diese Berichte Teil der Arbeit eines „Inoffiziellen Mitarbeiters“ gewesen sein müssen. Mit anderen Worten: Gysi, der mit allen rhetorischen und juristischen Mitteln stets bestritten hat, ein „Inoffizieller Mitarbeiter“ gewesen zu sein, war mit größter Wahrscheinlichkeit doch einer. Er hat damit einen Menschen wie Robert Havemann, der die Rede vom demokratischen Sozialismus beim Wort genommen hatte und deshalb verfolgt wurde, verraten.

    Ob Kurt Beck weiterhin so viel Geschichtsvergessenheit aufbringt, um auf dem Weg zum Kanzleramt die Hilfsdienste von Gysis Truppen glaubt in Anspruch nehmen zu können, ohne dass das irgendwelche Folgen hätte? sei