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    Aufstiegswillige Tellerwäscher gesucht

    Von Bernhrad Huber

    Von Bernhrad Huber

    Wer es in Amerika zum Milliardär bringen will, braucht dazu vor allem eines: die Qualifikation als Tellerwäscher. Will man aber der reichste Mensch der Welt werden, muss man seine Jugendjahre bevorzugt in einer Garage verbringen und dort mit einem Elektronik-Baukasten herumspielen. Wenn man das Ergebnis eines Tages als PC verkaufen kann, hat man es geschafft.

    Bill Gates hat bewiesen, dass es genauso funktioniert. Wenn heute hinter seinem Namen eine zweistellige Zahl in Klammern steht, muss es sich nicht unbedingt um sein Lebensalter handeln. Es kann auch sein Vermögen in Milliarden US-Dollar sein. Das war nach den Berechnungen der Zeitschrift Forbes 13 Jahre lang so groß, dass Bill Gates immer und immer wieder zum reichsten Menschen der Welt erklärt werden musste. Damit aber ist Schluss: Bill Gates ist mit – Klammer auf (58) Klammer zu – nur noch Nummer drei der Reichsten. Die aktuelle Nummer eins (62) ist ein gewisser Warren Buffett und die Nummer zwei (60) ist ein noch gewisserer Carlos Slim Helu aus Mexiko.

    Neben Bill Gates hat es auch Michael Jackson erwischt. Obwohl nicht ganz so reich, aber doch hinreichend reich, konnte er die drohende Zwangsversteigerung seiner Pfründe namens Neverland in letzter Sekunde gerade noch abwenden.

    Als Durchschnittsverdiener fragt man sich da schon: Wenn Superreiche schon nicht vom Aufschwung profitieren, wer dann? Die Bundesregierung hat jedenfalls eingeräumt, dass unser Aufschwung nicht bei allen ankommt. Zwar wird von der Arbeitslosigkeit bis hin zu den Steuereinnahmen alles besser, aber von der Lohnentwicklung bis zu den steigenden Preisen und Steuern wird gleichzeitig auch alles schlechter. Vielleicht ist es deshalb nicht leicht, aufstiegswillige Tellerwäscher zu finden.