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    Anti-islamische Polemiken

    Graz (sb) Vor diktatorischen Strukturen der Europäischen Union und einer Islamisierung Europas hat die FPÖ bei ihrem Neujahrstreffen am Sonntag in Graz gewarnt. FPÖ-Chef Strache sagte, wer „ein christliches europäisches Abendland sicherstellen“ und ein „moslemisches Europa“ verhindern wolle, müsse seine Partei wählen. Strache zog eine Parallele zwischen dem Reformvertrag der Europäischen Union und dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland vor 70 Jahren. Die Spitzenkandidatin der FPÖ für die bevorstehenden Grazer Gemeinderatswahlen, Susanne Winter, setzte vor 3 000 Zuhörern auf Islamophobie: Der Islam sei ein „totalitäres Herrschaftssystem“ und gehöre „dorthin zurückgeworfen, wo er hergekommen ist, hinter das Mittelmeer“. Mohammed habe den Koran „in epileptischen Anfällen“ geschrieben und sei „im heutigen System ein Kinderschänder“. Winter sprach von einem „moslemischen Einwanderungs-Tsunami“ und einer „schleichenden Islamisierung“.

    Graz (sb) Vor diktatorischen Strukturen der Europäischen Union und einer Islamisierung Europas hat die FPÖ bei ihrem Neujahrstreffen am Sonntag in Graz gewarnt. FPÖ-Chef Strache sagte, wer „ein christliches europäisches Abendland sicherstellen“ und ein „moslemisches Europa“ verhindern wolle, müsse seine Partei wählen. Strache zog eine Parallele zwischen dem Reformvertrag der Europäischen Union und dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland vor 70 Jahren. Die Spitzenkandidatin der FPÖ für die bevorstehenden Grazer Gemeinderatswahlen, Susanne Winter, setzte vor 3 000 Zuhörern auf Islamophobie: Der Islam sei ein „totalitäres Herrschaftssystem“ und gehöre „dorthin zurückgeworfen, wo er hergekommen ist, hinter das Mittelmeer“. Mohammed habe den Koran „in epileptischen Anfällen“ geschrieben und sei „im heutigen System ein Kinderschänder“. Winter sprach von einem „moslemischen Einwanderungs-Tsunami“ und einer „schleichenden Islamisierung“.

    Vertreter aller anderen österreichischen Parteien distanzierten sich von Winters Äußerungen und sprachen von „Rassismus“ und „beispielloser Religionshetze“. Gerald Grosz, ein Sprecher der FPÖ-Abspaltung BZÖ, die ebenfalls mit zuwanderungs- und ausländerkritischen Parolen wirbt, meinte, Winter wolle „offensichtlich Straßenschlachten hervorrufen“. Für die Diözese Graz kritisierte Bischofsvikar Heinrich Schnuderl, die Aussagen der FPÖ-Politikerin seien „Ausdruck einer religiösen Intoleranz aus rein populistischem Kalkül“. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hält den Vergleich der Zuwanderer mit einem Tsunami für geeignet, den Tatbestand der Volksverhetzung zu erfüllen: „Muslime werden als Tod und Verderben bringende Katastrophe für Österreich dargestellt.“ Zum Vorwurf, Mohammed sei ein „Kinderschänder“ gewesen, stellt die Islamische Glaubensgemeinschaft klar, dass das Mädchen Aisha bei der Heirat mindestens 14 Jahre alt gewesen sei, nicht sechs, wie Winter behauptet hatte. Der Islam ist in Österreich seit 1912 offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannt.