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    Ankara sucht das Gespräch mit Moskau

    Istanbul/Moskau (DT/dpa) Nach den Vorwürfen des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat die türkische Regierung erneut um Entspannung in der eskalierenden Krise geworben. „Lasst uns unsere Angelegenheit angehen, indem wir von Angesicht zu Angesicht reden“, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu laut Nachrichtenagentur Anadolu an die Adresse Putins. „Aber lasst uns keine Kampagnen gegeneinander führen, die an die Zeit des Kalten Krieges erinnern.“ Der türkische Regierungschef hielt sich am Freitag in Aserbaidschans Hauptstadt Baku auf. Davutoglu sagte, die Türkei hege „nicht einmal das geringste negative Gefühl gegenüber dem russischen Volk. Türken und Russen sind zwei große Völker, die die Geschichte Europas und Asiens geprägt haben.“ Davutoglu betonte erneut, dass sich die Türkei für den Abschuss des russischen Kampfjets in der vergangenen Woche nicht entschuldigen werde, so wie von Moskau verlangt. „Wir entschuldigen uns nicht dafür, unsere Grenzen zu schützen.“ Davutoglu wies erneut die russische Anschuldigung zurück, die türkische Regierung unterstütze die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und billige den grenzüberschreitenden Ölschmuggel. Er frage sich, warum die Regierung in Moskau solche Anschuldigungen erst seit dem Abschuss des Flugzeuges erhebe.

    Istanbul/Moskau (DT/dpa) Nach den Vorwürfen des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat die türkische Regierung erneut um Entspannung in der eskalierenden Krise geworben. „Lasst uns unsere Angelegenheit angehen, indem wir von Angesicht zu Angesicht reden“, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu laut Nachrichtenagentur Anadolu an die Adresse Putins. „Aber lasst uns keine Kampagnen gegeneinander führen, die an die Zeit des Kalten Krieges erinnern.“ Der türkische Regierungschef hielt sich am Freitag in Aserbaidschans Hauptstadt Baku auf. Davutoglu sagte, die Türkei hege „nicht einmal das geringste negative Gefühl gegenüber dem russischen Volk. Türken und Russen sind zwei große Völker, die die Geschichte Europas und Asiens geprägt haben.“ Davutoglu betonte erneut, dass sich die Türkei für den Abschuss des russischen Kampfjets in der vergangenen Woche nicht entschuldigen werde, so wie von Moskau verlangt. „Wir entschuldigen uns nicht dafür, unsere Grenzen zu schützen.“ Davutoglu wies erneut die russische Anschuldigung zurück, die türkische Regierung unterstütze die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und billige den grenzüberschreitenden Ölschmuggel. Er frage sich, warum die Regierung in Moskau solche Anschuldigungen erst seit dem Abschuss des Flugzeuges erhebe.

    Am Rande des OSZE-Ministerrats in Belgrad hatten sich am Donnerstag die Außenminister beider Staaten, Sergej Lawrow und Mevlüt Cavusoglu, getroffen. „Keiner hat erwartet, dass hier sofort eine Entschärfung und Lösung der Krise gelingt“, sagte der deutsche Außenminister Frank Walter Steinmeier am Freitag in Belgrad. Das Treffen sei aber wichtig gewesen, weil erstmals Positionen im direkten Gespräch ausgetauscht worden seien. Lawrow hatte zu dem Gespräch gesagt, er habe nichts Neues von Cavusoglu gehört.

    Putin hatte der türkischen Führung am Donnerstag schwere Vorwürfe wegen der angeblichen Unterstützung von Terroristen gemacht. „Wir wissen, wer jetzt in der Türkei den Terroristen hilft, sich zu bereichern, indem das gestohlene Erdöl verkauft wird“, sagte er in seiner Rede an die Nation. Das türkische Volk sei fleißig, aber das „Regime“ in Ankara sei verräterisch. Die türkische Führung werde den Abschuss eines russischen Kampfjets im syrischen Grenzgebiet noch bedauern, drohte Putin: „Vielleicht weiß nur Allah, warum sie das gemacht haben. Allah beschloss, die regierende Clique in der Türkei zu bestrafen, und hat sie um den Verstand gebracht.“

    Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte, er habe Belege dafür, dass der größte Ölhändler mit dem IS ein russisch-syrischer Staatsbürger sei. Erdogan wiederholte seine Ankündigung, er werde zurücktreten, sollte Russland belegen können, dass die Türkei Öl mit dem IS handle.