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    An der Seite des Bruders

    Das Bundeskriminalamt hat neue Zahlen vorgelegt, die belegen, dass auch in Deutschland Christen Gewalt ausgesetzt sind und bedroht werden. Von Sebastian Sasse

    Das Bundeskriminalamt hat neue Zahlen vorgelegt, die belegen, dass auch in Deutschland Christen Gewalt ausgesetzt sind und bedroht werden (Siehe Seite 4). Betroffen sind etwa christliche Flüchtlinge in ihren Unterkünften oder auch ehemalige Muslime, die konvertiert sind. Die bisherige Dokumentation der Fälle durch die Behörden ist unbefriedigend. Hier muss drigend nachgebessert werden. Und natürlich ist klar: Die Betroffenen brauchen mehr Schutz. Religionsfreiheit ist ein hohes Gut unseres Rechtsstaates. Christen dürfen in diesem Land keine Angst davor haben, sich als Christen zu bekennen.

    Aber es kann hier nicht nur von Zahlen die Rede sein. „Mache meinen Kumpel nicht an“ — seit Jahrzehnten läuft unter dieser Überschrift eine Kampagne des DGB gegen Rassismus in den Betrieben. Wir brauchen nun eine große Solidarität aller Christen, hier muss das Motto lauten: „Fasse meinen Bruder nicht an!“ Eine solche Mobilisierung muss auf zwei Ebenen verlaufen: Angst entsteht immer in geschlossenen Räumen. Deswegen muss jeder Fall öffentlich gemacht werden. Die Betroffenen dürfen nicht das Gefühl haben, es sei besser zu schweigen. Weil es vielleicht gerade nicht politisch opprtun erscheinen mag oder sie Hemmungen haben — viele von ihnen haben eine Diktaturerfahrung hinter sich —, sich an die Behörden zu wenden. Schon jetzt sind viele Christen in der Flüchtlingshilfe engagiert und helfen den Betroffenen als Ansprechpartner. Es ist aber wichtig, dass alle Christen diese Frage zu ihrem Thema machen. Dies geht auch, indem man die politischen Verantwortungsträger in den Stadträten und Parlamenten mit diesem Problem konfrontiert und eine Lösung einfordert. Christen sind nämlich auch Wähler.

    Ein zweiter Punkt: Diskriminierung fängt im Kleinen an. Ein aggressiver Spruch gegen eine Kette mit einem Kreuz oder abwertende „Witze“. Wir haben uns vielleicht zu sehr daran gewöhnt, in solchen Fällen nur mit der Schulter zu zucken und ansonsten zur Tagesordnung überzugehen. Doch hier fängt es an. Dann gilt es, laut und deutlich zu widersprechen. Denn es ist unser Recht.

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