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    Ärzte: Nein zu Sterbehilfe

    Düsseldorf/Köln (DT/KNA) Nach der Selbsttötung von Ex-Fußball-Bundesligastar Timo Konietzka hat die Ärzteschaft in Deutschland ihre Ablehnung von Sterbehilfe und Suizidbeihilfe bekräftigt. „Unsere Position ist eindeutig: Als Sterbehelfer stehen wir nicht zur Verfügung“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Der Deutsche Ärztetag habe sich mit Zwei-Drittel-Mehrheit gegen aktive Sterbehilfe durch das Spritzen von Gift sowie gegen den assistierten Suizid durch Überreichen von Giftcocktails ausgesprochen. Konietzka war am Montag durch eine Giftmischung der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit aus dem Leben geschieden. Laut Montgomery zeigt die Erfahrung, dass schwerkranke Patienten eine gute Palliativmedizin dem schnellen Selbstmord vorzögen. Die Palliativmedizin bezeichnete er als „Angebot zum Leben und zu einem würdigen Tod“. Der Freiburger katholische Moraltheologe Eberhard Schockenhoff warnte im Kölner „domradio“ vor einer „Art von Stolz“, dass Menschen die letzte Wegstrecke ihres Lebens in Schwäche und Hinfälligkeit nicht gehen möchten und ihr Sterben selbsttätig inszenieren. Auch in der Angst, Angehörigen zur Last zu fallen, zeige sich „ein falsches Ideal der Selbstgenügsamkeit und Autarkie“. Die urbiblische Aufforderung „Einer trage des anderen Last“ sei auch etwas Urmenschliches. Wer einen Schwerkranken begleite, empfinde das zwar als schwere Belastung. Im Nachhinein würden die Pflegenden aber von einer „wertvollen Zeit ihres Lebens“ sprechen, weil ein naher Mensch „nochmal in anderer Weise nähergekommen“ sei. Nach Einschätzung von Schockenhoff, der Mitglied im Deutschen Ethikrat ist, besteht in allen politisch relevanten Gruppen in Deutschland große Einmütigkeit gegen die Tötung auf Verlangen. Dagegen gebe es Stimmen für ärztliche Suizidhilfe. Aus Respekt vor dem Leben dürfe ein demokratischer Staat diese aber nicht zulassen. (Zum Thema siehe auch Seite 9)

    Düsseldorf/Köln (DT/KNA) Nach der Selbsttötung von Ex-Fußball-Bundesligastar Timo Konietzka hat die Ärzteschaft in Deutschland ihre Ablehnung von Sterbehilfe und Suizidbeihilfe bekräftigt. „Unsere Position ist eindeutig: Als Sterbehelfer stehen wir nicht zur Verfügung“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Der Deutsche Ärztetag habe sich mit Zwei-Drittel-Mehrheit gegen aktive Sterbehilfe durch das Spritzen von Gift sowie gegen den assistierten Suizid durch Überreichen von Giftcocktails ausgesprochen. Konietzka war am Montag durch eine Giftmischung der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit aus dem Leben geschieden. Laut Montgomery zeigt die Erfahrung, dass schwerkranke Patienten eine gute Palliativmedizin dem schnellen Selbstmord vorzögen. Die Palliativmedizin bezeichnete er als „Angebot zum Leben und zu einem würdigen Tod“. Der Freiburger katholische Moraltheologe Eberhard Schockenhoff warnte im Kölner „domradio“ vor einer „Art von Stolz“, dass Menschen die letzte Wegstrecke ihres Lebens in Schwäche und Hinfälligkeit nicht gehen möchten und ihr Sterben selbsttätig inszenieren. Auch in der Angst, Angehörigen zur Last zu fallen, zeige sich „ein falsches Ideal der Selbstgenügsamkeit und Autarkie“. Die urbiblische Aufforderung „Einer trage des anderen Last“ sei auch etwas Urmenschliches. Wer einen Schwerkranken begleite, empfinde das zwar als schwere Belastung. Im Nachhinein würden die Pflegenden aber von einer „wertvollen Zeit ihres Lebens“ sprechen, weil ein naher Mensch „nochmal in anderer Weise nähergekommen“ sei. Nach Einschätzung von Schockenhoff, der Mitglied im Deutschen Ethikrat ist, besteht in allen politisch relevanten Gruppen in Deutschland große Einmütigkeit gegen die Tötung auf Verlangen. Dagegen gebe es Stimmen für ärztliche Suizidhilfe. Aus Respekt vor dem Leben dürfe ein demokratischer Staat diese aber nicht zulassen. (Zum Thema siehe auch Seite 9)