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    Irisches Kabinett stimmt für Referendum über Abtreibungsgesetz

    Ende Mai sollen die Iren über die Streichung eines Verfassungszusatzes abstimmen dürfen, der das Lebensrecht des ungeborenen Kindes mit dem der Mutter gleichstellt.

    Laut einer aktuellen Umfrage befürwortet eine Mehrheit der Iren eine Legalisierung von Abtreibungen bis zur zwölften Sch... Foto: pixabay

    Irland wird Ende Mai per Referendum über eine Legalisierung von Abtreibungen abstimmen. Das gab die irische Regierung nach einer Kabinettssitzung am Montagabend bekannt. Demnach sollen die Iren über die Streichung eines Verfassungszusatzes abstimmen dürfen, der das Lebensrecht des ungeborenen Kindes mit dem der Mutter gleichstellt. Zudem werde ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, der eine Legalisierung von Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche vorsieht. Der irische Ministerpräsident Leo Varadkar erklärte nach der Kabinettssitzung, Abtreibungen in Irland sollten „sicher, legal und selten“ sein. Der Schritt zum Referendum sei ein Schritt zum „Erwachsenwerden Irlands“. Das Land dürfe seine Augen nicht vor der Realität verschließen, dass viele Frauen für Abtreibungen ins Ausland reisten oder illegale und unsichere Methoden wählten.

    Laut einer aktuellen Umfrage befürwortet eine Mehrheit der Iren eine Legalisierung von Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche. Demnach votierten 56 Prozent der Befragten für eine Lockerung des Abtreibungsgesetzes. 15 Prozent sind noch unentschieden und 29 Prozent gegen eine entsprechende Verfassungsänderung. Die katholische Kirche befürchtet indes einen „Dammbruch“ in Sachen Lebensschutz. Wenn die Gesellschaft akzeptiere, dass ein Mensch das Recht habe, das Leben eines anderen zu beenden, „ist es nicht länger möglich, das Recht auf Leben als grundlegendes Menschenrecht für irgendjemanden zu beanspruchen“, warnte der Vorsitzende der Bioethik-Kommission der Irischen Bischofskonferenz, Bischof Kevin Doran von Elphin, in einem am Wochenende veröffentlichten Hirtenbrief.

    Irland hat eines der strengsten Abtreibungsgesetze der Welt. Ein Schwangerschaftsabbruch ist bis dato auch nach einer Vergewaltigung, Inzest oder einer schweren Missbildung des Fötus nicht erlaubt. Wer sich nicht daran hält, kann mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden. Erlaubt sind Abtreibungen nur, wenn das Leben der Mutter bedroht ist.

    DT/KNA

     

     

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