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    Indonesien: Deutscher Jesuit bei Amoklauf verletzt

    Der deutsche Jesuitenpater Karl-Edmund Prier, der seit über 50 Jahren in Indonesien lebt, wurde bei einem möglicherweise islamistisch motivierten Schwertangriff schwer verletzt. Nach Medienberichten ist der Gesundheitszustand des Geistlichen und drei weiterer Verletzter stabil.

    11.02.2018, Indonesien, Sleman: Schaulustige stehen vor der St. Lidwina Kirche. Ein mit einem Schwert bewaffneter Mann h... Foto: Slamet Riyadi (AP)

    In Indonesien sind bei einer Sonntagsmesse Gläubige und ein deutscher Jesuit von einem Attentäter mit einem Samuraischwert verletzt worden. Das meldet der Jesuitenorden auf seiner website.

    Der 22-jährige Angreifer drang am Morgen in die St. Lidwina-Kirche in Sleman, wo Pater Karl-Edmund Prier SJ den Gottesdienst feierte. Der wütende Mann sei in die Kirche gestürmt und habe begonnen, Gläubige zu beschimpfen, die nahe dem Eingang gesessen hätten, und dabei das Schwert geschwungen.

    Er verletzte erst ein Gemeindemitglied und dann den aus Deutschland stammenden Jesuitenpater, der zelebrierte, am Kopf, dann noch weitere Gläubige. Außerdem schlug er die Köpfe einer Jesus- und einer Marienstatue ab.

    Zunächst versuchten Gläubige den Mann zu stoppen. Er wurde schließlich von Polizisten niedergeschossen und festgenommen. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, nach Medienberichten ist ihr Gesundheitszustand stabil.

    Der 81-jährige Jesuit Prier lebt seit 1964 in Indonesien, wo er sich der Schaffung einer indonesischen Kirchenmusik widmet. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Sleman liegt in der Provinz Yogyakarta auf der Insel Java in der Mitte des Landes.

    Indonesien ist das größte islamische Land der Erde. Dort leben etwa 200 Millionen Muslime, aber auch 23 Millionen Christen. Indonesien liegt auf Rang 38 des „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2018“. „Einige islamische Führer“, so heißt es auf der website des Hilfswerks, „verbreiten Hass gegen Christen und andere religiöse Minderheiten durch ihre Lehren in den Moscheen, aber dies geschieht ebenso in den Massenmedien“.

    Weiter heißt es in der Open Doors-Analyse: „Die meisten Probleme treten auf einer lokalen Ebene in Konfrontationen mit den islamistischen Interessengruppen auf“. So sind christliche Kirchen in Indonesien häufig Ziel von Anschlägen islamistischer Attentäter.

    jesuiten.org / Open Doors / DT - Josef Bordat

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