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    Geld für die Erforschung der seelischen Folgen von Abtreibungen

    CSU: Viele Frauen, die von dem aus ideologischen Gründen verharmlosten Post-Abortion-Syndrom betroffen sind, erfahren damit eine Anerkennung und Hilfe in ihrem seelischen Leiden. Abtreibungsbefürworter protestieren.

    Bekommt fünf Millionen Euro: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Foto: Bernd von Jutrczenka (dpa)

    Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger hat die geplante Studie zur Erforschung der seelischen Folgen von Abtreibungen begrüßt. "Das ist ein großer Erfolg, für die vielen Frauen die von dem lange aus ideologischen Gründen verharmlosten Post-Abortion-Syndrom betroffen sind", sagte der Arzt, der im Deutschen Bundestag den Münchner Westen vertritt, der "Tagespost". Wie die "Bild am Sonntag" (BamS) meldete, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für die Durchführung der Studie zusätzliche Haushaltsmittel von fünf Millionen Euro beantragt.

    1,25 Million Euro pro Jahr bis 2023

    Dem Bericht zufolge bewilligte das Bundeskabinett Spahn vergangene Woche zusätzliche Haushaltmittel für die Jahre 2020 bis 2023 in Höhe von jeweils 1,25 Millionen Euro. Die Studie war Teil des Kompromisses, auf den sich CDU/CSU und SPD im Dezember geeinigt hatten und auch in dem Eckpunktepapier aufgeführt. In dem kürzlich vorgestellten Referentenentwurf fand die Studie dann jedoch keine Erwähnung mehr. Manche hatte daraus den Schluss gezogen, das Vorhaben sei aufgegeben worden.

    "Empörend", "Wahnsinn": Abtreibungsbefürworter gehen Wände hoch

    Abtreibungsbefürworter gehen nun sprichwörtlich die Wände hoch. "Empörend" und "Ich habe bei der Vorstellung des Entwurfs gedacht: Gott sei Dank ist die Studie raus", zitiert die in Berlin editierte "tageszeitung" (taz) die SPD-Abgeordnete Hilde Mattheis. Auch die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Maria Noichl, echauffierte sich. "Es ist Wahnsinn, so etwas zu tun". Die einseitige Konzentration auf mögliche negative Folgen einer Abtreibung, zeuge von einem "rechtsextremen Gedankengut", wie sie es auch im Europäischen Parlament erlebe. Kritik kam auch aus der Opposition: Die Union drücke damit "eine Haltung des Misstrauens und der Kontrolle gegenüber Frauen aus." Solche Studien seien "reiner Populismus der sogenannten Lebenschützer", schäumte die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulle Schauws. Und die frauenpolitische Sprecherin der Linken, Cornelia Möhring, kritisierte: "Statt die Rechte von Frauen zu stärken", verfalle die Bundesregierung "der Argumentation der Abtreibungsgegner".

    DT/reh (jobo)

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