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    Berlin

    Ehemalige EKD-Vorsitzende Käßmann wirbt für Burkini

    Die frühere Landesbischöfin ist überzeugt, dass islamistischer Terror nicht in einem Burkini daherkommt. Wenn Frauen Burkini oder Kopftuch aus Zwang tragen würden, sei dies jedoch nicht akzeptabel.

    Kritisiert, dass grundsätzliche inhaltliche Fragen manchmal an Symbolen ausgetragen würden, „vor allem auch über Frauen ... Foto: Patrick Seeger (dpa)

    Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, macht sich für eine breite Akzeptanz des sogenannten „Burkinis“ stark. Was Frauen zum Schwimmen anziehen würden, solle ihnen überlassen sein, so die evangelische Theologin in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Mitten im Leben“. „Ich bin überzeugt, dass islamistischer Terror nicht in einem Burkini daherkommt.“

    Nicht akzeptalb, wenn Frauen in Burkini diskriminiert werden

    Es sei nicht akzeptabel, dass Frauen in dieser Badebekleidung diskriminiert würden oder etwa wie am Mittelmeer Burkiniverbote ausgesprochen würden, so die ehemalige Landesbischöfin. Es sei absurd, wenn Frauen heute das Bedecken des Körpers untersagt werden solle, während früher der Bikini oder Nacktheit skandalisiert worden seien

    Ihr sei bewusst, so Käßmann weiter, dass „dieser absurde Streit“ mit der Frage nach der Rolle der Frau und nach dem Kopftuch verbunden sei. Auch sie halte Burka oder Tschador für nicht akzeptabel, „das Gesicht muss frei erkennbar sein“. Allerdings kritisiert die 61-Jährige, dass grundsätzliche inhaltliche Fragen manchmal an Symbolen ausgetragen würden, „vor allem auch über Frauen und Frauenbilder“.

    "Möchte eine Frau das ganz persönlich gern,
    ist es ihre freie Entscheidung, die ich
    selbstverständlich akzeptiere.
    Wir leben in einer freien Gesellschaft“
    Margot Käßmann zum Burkini

    Nicht akzeptabel sei es jedoch auch, wenn Frauen und Mädchen ein Kopftuch oder einen Burkini aus Zwang tragen würden. „Möchte eine Frau das ganz persönlich gern – und ich habe solche Frauen kennengelernt -, ist es ihre freie Entscheidung, die ich selbstverständlich akzeptiere. Wir leben in einer freien Gesellschaft.“ Und sie schwimme gerne im Badeanzug mitten zwischen Frauen im Bikini und im Burkini, so Käßmann.

    DT/mlu

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